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Am Empfang des Bürgerbüros kümmert sich Mitarbeiterin Desire Heyden um die Kunden.

Behörden

Offenbach: Nur noch kurze Wartezeit im Bürgerbüro

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Zusätzliche Stellen im Bürgerbüro kommen den Bürgern zugute.

Offenbachs Bevölkerung wächst. Und mehr Einwohner bedeuten auch mehr Behördengänge. Obwohl die Stadt als arm gilt, hat sie kräftig in Personal und größere Räume für ihr Bürgerbüro investiert. Seit Oktober 2018 befindet sich die alltäglichste aller Behörden im repräsentativen Kaiserpalais an der Kaiserstraße 39.

67 Beschäftigte kümmern sich um Pässe, Geburtseinträge oder Fahrzeuganmeldungen. 472 237 Euro zahlt die Stadt an Jahreswarmmiete für 2791 Quadratmeter in der ehemaligen Messehalle der Lederwarenfabrik Goldpfeil. Das sind 10,10 Euro Kaltmiete plus vier Euro Umlagen. Die Zahl der Vollzeitstellen soll 2019, sofern der Stellenplan umgesetzt wird, bei 59 liegen. Das wären dann 17 mehr als vor vier Jahren.

Bei einem Pressetermin zogen Bürgermeister Peter Freier (CDU) und die Leiterin des Bürgerbüros, Martina Fuchs, eine positive Bilanz zum abgelaufenen Jahr und zum Umzug vom Bernardbau an die Kaiserstraße. 108 000 Offenbacher kamen 2018 persönlich ins Bürgerbüro. Nach dem Umzug in die größeren Räume stieg die Kundenzahl um 20 Prozent auf durchschnittlich knapp 10 000 im Monat. Das Bürgerbüro sei eine Visitenkarte für Offenbach, sagte Freier. Andere Kommunen zeigten großes Interesse an Konzeption, Terminsystem und dem Personalentwicklungsprogramm für neue Mitarbeiter.

Tatsächlich gehören die Zeiten, als die Menschen im Bürgeramt Wartenummern ziehen und in überfüllten Fluren ausharren mussten, der Vergangenheit an. 2015 hatte Offenbach wegen Überlastung der Mitarbeiter die Notbremse gezogen, den Service vorübergehend eingeschränkt, die offene Sprechstunde eingestellt und die Samstagsöffnung ausgesetzt. Die Wartezeit lag damals im Schnitt bei 38 Minuten.

Offenbach: Wartezeit auf 8,5 Minuten reduziert

Am neuen Standort konnte die durchschnittliche Wartezeit von elf (2017) auf 8,5 Minuten reduziert werden. Spontane Besuche sind aber nicht mehr vorgesehen. Termine werden nur noch online und unter der Rufnummer 115 vergeben. Sie könnten häufig für die nächste Woche vereinbart werden, so Fuchs. Geöffnet ist das Bürgerbüro montags, mittwochs, freitags von 8 bis 13 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr.

Neben den Terminkunden kümmerten sich die Mitarbeiter 2018 um 13 500 Anliegen von Großkunden und bearbeiteten 14 000 Mails. Das Servicecenter in Frankfurt wickelte für das Offenbacher Bürgerbüro 30 000 Anrufe ab. Hinzu kamen laut Fuchs 190 000 Vorgänge, die im Hintergrund bearbeitet wurden. Mit insgesamt 355 500 Anliegen im Jahr ist das Bürgerbüro die am stärksten frequentierte Anlaufstelle der Stadtverwaltung und mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren das jüngste Amt.

Freier monierte lediglich, dass es keinen direkten Zugang zum Komm-Einkaufszentrum gebe, wo sich das nächste Parkhaus befinde. Es sei Sache der Eigentümer, dort einen Durchgang zu schaffen.

Eine kleine Umfrage zeigte gestern, dass die Kunden zufrieden sind. Nur eine Frau wartete schon 30 Minuten. Das lag aber daran, dass sie lange vor dem reservierten Termin gekommen war. Nach Angaben der Amtsleiterin hat es seit dem Umzug keine einzige Beschwerde gegeben.

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