Offenbach

Offenbach: Neues Konzept fürs Komm

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Zehn Jahre nach Eröffnung des Einkaufscenters stehen viele Läden leer - das Management versucht dem mit einem neuen Konzept und baulichen Veränderungen entgegenzuwirken.

Hier ist ja gar nichts mehr!“, ruft Christina Dere etwas aufgebracht und schaut sich um. Regelmäßig fährt die Mühlheimerin mit ihrer Mutter zum Einkaufen nach Offenbach. Oft gehen sie ins Komm-Einkaufszentrum mitten in der City. Auch heute. Doch viele Läden, in denen Dere sonst einkauft, haben in den letzten Wochen und Monaten zugemacht: Der Tedi-Markt für Gebrauchsartikel, der Schreibwarenladen – und jetzt auch noch die einzige Offenbacher Filiale der Kaffeehauskette Starbucks: „Wir müssen echt überlegen, ob wir künftig nicht nach Hanau fahren“, sagt Dere. Auch das Reformhaus und der Zeitungskiosk haben das Center verlassen. Und ein weiterer Laden steht vor der Schließung, wie die FR erfahren hat.

Das Komm-Center galt bei der Eröffnung vor ziemlich genau zehn Jahren als Hoffnungsträger für die Offenbacher Innenstadt, die wegen fehlender Kaufkraft und der Nähe zu Frankfurt mit dem „Downtrading-Effekt“ zu kämpfen hat: Wird ein Geschäft durch einen billigeren Laden ersetzt, löst das eine Abwärtsspirale aus. In einem Einkaufszentrum wie dem Komm seien die Mieten aber deutlich höher als im Umfeld, weshalb sich dort statt günstigerer Geschäfte Leerstand bilde – so sieht es Michael John, der in Offenbach schon lange Einzelhandelsflächen vermarktet.

Diese Entwicklung wird jetzt, wo einige 10-Jahres-Verträge im Komm ohne Verlängerung auslaufen, so richtig sichtbar. Center-Managerin Julia Steinmetz von der Firma Apleona, die das Komm seit Beginn des Jahres für einen kanadischen Pensionsfonds verwaltet, versucht das Auslaufen der Verträge zu nutzen, um das Komm „neu aufzustellen“. So habe man ein neues Konzept für das Komm ausgearbeitet, das diesen Monat durch eine Befragung von Kundinnen und Kunden untermauert werden soll. Man wolle künftig vor allem auf die Zielgruppe der Unter-30-Jährigen setzen, so Steinmetz. Darüber hinaus führe man mit der Stadt Gespräche über einen neuen – barrierefreien – Zugang, der in Richtung des 2018 eröffneten Bürgerbüros an der Kaiserstraße geschaffen werden soll. Die Kundenfrequenz, so Steinmetz, könne so „gesteigert werden“.

Einige Neuvermietungen kann die Managerin bereits verkünden: So sollen im September ein Outlet-Laden des Offenbacher Modehauses M. Schneider einziehen sowie ein Möbel- und Haushaltswarengeschäft. Ein weiterer Neuzugang sei „eine internationale Marke aus dem Bereich Young Fashion“, die im Winter Flächen am Haupteingang des Komm bezieht, wo sich bislang der Buchhändler Thalia befand – der innerhalb des Hauses umgezogen ist. Ein Laden der Modemarke „Only“ bezieht die Räume von „Gerry Weber“.

Nicht weit entfernt vom Komm entsteht derweil an der Frankfurter Straße mit dem „Rathaus Plaza“ ein weiteres Einkaufszentrum, das 2020 eröffnet werden soll. Laut dem Immobilienentwickler Real Equity seien bereits über 70 Prozent der Flächen vermietet – unter anderem ziehen ein Lebensmitteldiscounter, ein Fitnessstudio und eine Wurstbraterei ein. In den oberen Stockwerken wird die Firma Regus Co-Working-Flächen anbieten – samt begrünter Dachterrasse und eigener Lobby.

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