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Klinikum Offenbach

Ehrenamtliche gesucht 

Von 20 auf 2: Laienhelfer in Sana-Klinik schlagen Alarm 

In der Psychiatrie in der Sana-Klinik in Offenbach kümmern sich auch ehrenamtliche um die Patienten. Doch es sind nur noch zwei, anstelle 20.  

Offenbach - In der Psychiatrie kommt nicht nur Ärzten und ausgebildetem Pflegepersonal eine tragende Rolle zu. Am Sana-Klinikum bemühen sich sogenannte Laienhelfer, den Patienten mit Bastelaktionen, Kaffeenachmittagen und gemeinsamen Ausflügen ein Stück normales Leben zu ermöglichen. Diese Helfer sind keine Krankenhaus-Profis, sondern Berufsfremde, die sich ehrenamtlich um die psychisch Erkrankten kümmern. Nun schlagen sie Alarm: Ihre Zahl schrumpft, und es finden sich einfach keine Nachfolger. „Als wir 1981 damit angefangen haben, waren wir noch 20 Leute“, erinnert sich Laienhelferin Erika Betz. „Jetzt sind wir nur noch zu zweit. “.

Offenbach: Zu wenig Ehrenamtliche in Psychiatrie in Sana-Klinik

Unter der Federführung von Krankenschwester Birgit Koch, die vor zwei Jahren die Leitung der psychiatrischen Institutsambulanz übernommen hat, leisten Betz und Katharina Koch im Psychiatrie-Alltag einen wichtigen Beitrag.* „Viele der Patienten sind einsam, wurden von der Familie ausgestoßen“, weiß Birgit Koch. „Sie haben kaum Kontakte, deshalb ist es gut, wenn sie eine Anlaufstelle haben.“ Darum gebe es einmal die Woche ein gemeinsames Kaffeetrinken, bei denen die Patienten sozialen Umgang haben, Anerkennung finden können, und wo auch ihre Menschenwürde nicht infrage gestellt wird. „Es macht mir Freude, wenn ich merke, dass sie Vertrauen zu mir haben und sich mir mitteilen können“, berichtet Erika Betz.

Zu sagen, dass ehrenamtliche Tätigkeiten eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielen, ist kaum übertrieben. Die Rentnerin engagiert sich vielfältig: Die Psychiatrie-Patienten betreut sie schon seit 1981. Zudem kümmert sie sich im Namen der Seniorenhilfe um eine blinde Dame. Laienhelferin Katharina Koch ist ebenfalls schon lange dabei. Sie hilft seit 1999 in der Psychiatrie mit. „Wir versuchen einfach, ihnen etwas Wärme zu zeigen und die Krankenhausatmosphäre mal abzulegen“, sagt sie.

Offenbach: Laienhelfer kümmern sich ehrenamtlich um Patienten der Psychiatrie 

Die Verantwortungen sind dabei klar abgesteckt: Sobald es um medizinische Fragen geht, eine Situation für die Laien zu schwierig wird oder Autorität gefragt ist, übernimmt Krankenschwester Birgit Koch das Ruder. In ernsthaften Gefahrensituationen haben Erika Betz und Katharina Koch sich in all den Jahren aber nie gesehen. „Früher hatten wir eine Notnummer, die konnten wir anrufen, und dann kam sofort der Arzt und hat die entsprechenden Leute aus der Kaffeerunde entfernt“, erinnert sich Betz. Heute gebe es diese Notnummer nicht mehr, die Patienten seien aber auch ruhiger geworden. „Früher war öfter mal was, da haben sie mir auch schon Kaffeetassen nachgeschmissen.“ Heute komme Derartiges kaum noch vor. „Seit ich da bin, habe ich ein paar klare Verhaltensregeln etabliert“, erklärt Birgit Koch. „Jetzt ist es hier ruhig und angenehm.“

Erika Betz, Birgit Koch und Katharina Koch (von links) haben für die anstehende Weihnachtsfeier mit den Patienten Leckereien gebacken. 

Dass sich für die Laienhelfer einfach keine Nachfolger finden lassen wollen, erklären die drei Frauen sich mit Berührungsängsten. „Die meisten haben Angst“, sagt Katharina Koch. „Neulich habe ich Leuten davon erzählt, da meinten sie: ,Wie kannst du das machen?’“ Auch Scham sei für viele ein Grund, die Psychiatrie zu meiden, fügt Birgit Koch an. Viele hätten die Sorge, sozial gebrandmarkt zu werden, wenn man sie mit der Einrichtung assoziiert. „Wir wollen mit unserer Arbeit darauf aufmerksam machen, dass das ganz normale Patienten sind. Ich sehe es so, als ob sie in der Chirurgie wären. Sie haben ihre Krankheit, aber das rückt bei den Laienhelfern in den Hintergrund.“

Wer sich als Laienhelfer in der Psychiatrie am Sana-Klinikum engagierten möchte, erreicht Birgit Koch unter 069/ 8405-4033.

Von Marian Meidel


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