Auf dem früheren Man-Roland-Parkplatz entstehen 70 Wohnungen.

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Offenbach: 70 Mietwohnungen vor allem für Familien

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Die Nassauische Heimstätte investiert 22,5 Millionen Euro in Offenbacher Bauprojekt. Die Mieten liegen zwischen 6,90 Euro pro Quadratmeter im geförderten und 11,80 Euro in frei finanzierten Segment.

Die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, die in Frankfurt beheimatet ist, nimmt in Offenbach ein weiteres Bauprojekt in Angriff. Auf einer Brachfläche an der Gustav-Adolf-Straße realisiert das Unternehmen den „Gustavshof“. Das sind 62 frei finanzierte Mietwohnungen, deren Quadratmeterpreise zwischen 10,50 und 11,80 Euro liegen sollen. Für die acht geförderten Wohnungen liegt der Mietpreis bei 6,90 Euro. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 22,5 Millionen Euro.

Zum symbolischen Spatenstich am Montag kamen der auch fürs Wohnen zuständige Minister Tarek Al-Wazir (Grüne), Offenbachs Baudezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) und mit Thomas Hain sowie Constantin Westphal zwei Vertreter der Heimstätte.

Al-Wazir lobte das Bauprojekt als „mustergültig“, weil auf der 6800 Quadratmeter großen Fläche bezahlbare und energieeffiziente Wohnungen entstünden, ohne dass dafür neuer Boden versiegelt werden müsse. Tatsächlich ist das Gelände bereits betoniert. Es handelt sich nämlich um den ehemaligen Parkplatz des früheren Man-Roland-Werks.

Das Grundstück befindet sich südlich der Bahnlinie, etwa 600 Meter entfernt vom Hauptbahnhof. Es ist von Bestandsgebäuden umschlossen. Eine schmale Zufahrt führt in den Innenhof. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt das frühere Man-Roland-Fabrikgelände. Dort hat die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG 172 Wohnungen für Normalverdiener errichtet.

Das Unternehmen Die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt baut in Offenbach bis 2024 innerhalb von sieben Jahren mehr als 1000 Wohnungen. Aktuell entstehen im Goethequartier 327 Wohnungen und am Goethering 205. Darüber hinaus sollen an der Gustav-Adolf-Straße 70 und im Liebigquartier rund 300 Wohnungen errichtet werden. Bereits 2017 wurde das Projekt Heimathafen mit 125 freifinanzierten Wohnungen fertiggestellt.

Mit 58 000 Mietwohnungenin 128 Kommunen gehört die Heimstätte zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Sie hat 730 Beschäftigte. Das Regionalcenter Offenbach bewirtschaftet 9500 Wohnungen. ags

Die 70 Mietwohnungen verteilen sich auf sechs Gebäude. Eines hat fünf Geschosse, die anderen sind viergeschossig. Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte, sprach von einer aufgelockerten Bebauung mit Wegen sowie Grün- und Spielflächen. Die Gebäude sind als KfW-55-Energiehäuser konzipiert. Sie werden mit Fernwärme versorgt.

Die Wohnungsgröße reicht von 37 bis 105 Quadratmetern. Hauptzielgruppe sind Familien mit Kindern. 49 Wohnungen haben 2,5 bis vier Zimmer, die übrigen ein oder zwei Zimmer. 24 werden barrierefrei gebaut. In der Mitte des Areals befinden sich die 48 oberirdischen Parkplätze.

Das Land bezuschusst die acht geförderten Wohnungen mit 176 000 Euro und einem zinsgünstigen Darlehen über 880 000 Euro. Ende 2021 sollen die ersten Mieter einziehen können.

Für Irritationen sorgte im Vorfeld des Spatenstichs die Ankündigung, dass nur acht von 70 Mietwohnungen im geförderten Segment entstehen. Schließlich hat die Nassauische Heimstätte mit dem Land eine Quote von 30 Prozent vereinbart. Diese bezieht sich aber auf alle NH-Wohnungen, sie kann also von Ort zu Ort schwanken. Auch Offenbach strebt bei größeren Neubauvorhaben diese 30-Prozent-Quote an.

Die Stadt kann diese Quote nur dann durchsetzen, wenn sie eigene Grundstücke verkauft oder Baurecht schafft. Für das Man-Roland-Areal hat nach Angaben des Baudezernenten bereits Baurecht bestanden. Die Realisierung geförderter Wohnungen habe deshalb nur für das von der Stadt verkaufte Grundstück durchgesetzt werden können, sagte Weiß.

Deshalb liege der Anteil geförderter Wohnungen sogar bei gut 50 Prozent, da lediglich ein Fünftel des Areals in städtischem Besitz war. Der Dezernent meinte, die NH entlaste trotzdem den Wohnungsmarkt, da sich ihre Mietpreise in Grenzen hielten.

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