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Ein parkender Lkw: Alltag in der Gerberstraße in Offenbach.
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Ein parkender Lkw: Alltag in der Gerberstraße in Offenbach.

Lkw-Ärger

Straßenkampf im Mathildenviertel in Offenbach

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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Auf dem Bürgersteig parkende Lastwagen sorgen in der Gerberstraße in Offenbach für Ärger. Morgens sei es besonders schlimm.

  • Park-Ärger im Mathildenviertel in Offenbach.
  • Lkw parken trotz absolutem Halteverbot.
  • Anwohner sind sauer wegen der zugeparkten Bürgersteige.

Offenbach - Zu einem der Fahrer hat Christa Goede inzwischen ein ziemlich persönliches Verhältnis. „Der Mann ruft mir schon von weitem entgegen, wenn er mich sieht. Arschloch, dumme F***e, solche Sachen“. Wenn Goede das erzählt, klingt es nicht mal wütend. Der arme Mann, sagt sie, habe wegen ihr wohl schon viel Geld bezahlt, Goede, Texterin und Bloggerin, wohnt in der Gerberstraße im Mathildenviertel, eine kleine Straße, manchen bekannt durch den Sozialdienst der Diakonie, einen Rewe-Supermarkt gibt es auch.

Und da liegt laut Goede das Problem. Die Siebeneinhalbtonner, die den Markt beliefern, können oft nicht direkt in die Einfahrt fahren. Deshalb parken und rangieren sie auf dem Gehweg – trotz absolutem Halteverbot. „Ich wurde mehr als einmal fast an der Hauswand zerquetscht“, sagt Goede. Morgens sei es besonders schlimm, wenn sich Schüler:innen auf den Weg zur Mathildenschule machen und an den Lastwagen vorbeiquetschen. Man habe ihr geraten, Anzeige zu erstatten. „Seitdem kennen mich die Fahrer“, sagt sie.

Offenbach: Bürgersteig zugeparkt - Anwohner sauer

Stephen Aranha, 47 Jahre alt, Historiker, sagt, er merke morgens an dem Gestank in seiner Wohnung, dass unten wieder Lastwagen stehen. Als er vor etwa fünf Jahren aus Berlin nach Offenbach zog, sei er überrascht gewesen, sagt er, dass es in der Stadt und besonders im Mathildenviertel so normal sei, die Bürgersteige zuzuparken. „Oft passt nur noch einer drauf, und der muss sich noch schmal machen“, sagt er. Mit Rollator oder Kinderwagen komme man kaum durch.

Aranha ist schwerbehindert, es fällt ihm schwer, Stufen zu steigen oder hohe Bordsteine zu überwinden.

Lkw-Ärger in Offenbach: Erst gestürzt, dann bedroht

An der Ecke Mathildenstraße/Friedhofsstraße sei oft der ganze Bürgersteig zugeparkt, erzählt Aranha. Früher waren die Autos kleiner, sagt er, da blieb mehr Platz zur Hauswand. Schon ein paar Mal sei er an einem Außenspiegel hängen geblieben. Einmal stürzte er deshalb, anschließend sei er von dem Besitzer bedroht worden. Ein anderes Mal habe der Fahrer eines Kastenwagens eine Dose Red Bull auf ihn geworfen. Da habe es ihm gereicht. Aranha ging zur Polizei. Dort habe ihm ein Beamter geraten, die Sache auf sich beruhen zu lassen – schließlich sei er es ja, der gegen den Spiegel gelaufen sei.

Der Leiter des Rewe-Marktes lässt über die Pressestelle ausrichten, er bedauere die Situation sehr, habe aber keine Möglichkeit, etwas zu ändern. Die Fahrer, die den Markt beliefern, müssten klingeln, damit die Laderampe geöffnet werde. Diese dürfe nur kurze Zeit geöffnet sein, sonst drohten wieder Beschwerden. Da er keinen Einfluss auf die Anfahrt der externen Lieferanten habe, könne es passieren, dass schon ein Lastwagen zum Entladen dort stehe. Dann müsse der nächste warten.

Ärger in Offenbach: Stadt sieht Rewe in der Pflicht

Die Stadtverwaltung wiederum sieht den Betreiber in der Pflicht und will ihn nochmals auffordern, die Abläufe anzupassen. Poller würden an der Stelle das Problem nicht lösen, so die Pressestelle der Stadt. Die müssten einen halben Meter von der Fahrbahn entfernt angebracht werden und würden den Gehweg noch schmaler machen. Die Gerberstraße werde mehrmals täglich von Mitarbeiter:innen des Ordnungsamtes abgelaufen. (jon)

Die Stadt Offenbach legt Analyse und Leitfaden zu Rissen in Häusern vor. Betroffene Eigentümer kritisieren die Gutachten als einseitig. Schuld an den Schäden seien die Bäume, sagen sie.

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