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Offenbachs beliebteste Buslinien fahren zur Hauptverkehrszeit weiterhin im 7,5-Minuten-Takt.
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Offenbachs beliebteste Buslinien fahren zur Hauptverkehrszeit weiterhin im 7,5-Minuten-Takt.

Offenbach

Offenbach: Koalition tastet Busfahrpläne nicht an

  • Fabian Scheuermann
    VonFabian Scheuermann
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Trotz Kostensteigerungen bei den Verkehrsbetrieben wird die Taktung der Offenbacher Buslinien anders als zunächst angenommen doch nicht verschlechtert.

Anders als bislang gedacht plant die Offenbacher Rathauskoalition nun doch nicht mehr, Fahrten der städtischen Buslinien wegen Kostensteigerungen zu streichen. „Verschlechterungen der Taktzeiten sind derzeit nicht geplant“, antwortete Offenbachs Mobilitätsdezernentin Sabine Groß (Grüne) auf Nachfrage der FR. Kosten sollen statt durch Kürzungen mit „Einsparungen, die sich nicht auf die Leistungen auswirken“ gesenkt werden. Details dazu nannte Groß noch nicht.

Noch vor wenigen Monaten schien es Konsens in der Offenbacher Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern zu sein, dass man wegen der großen Kostensteigerungen beim Busverkehr den Takt ausdünnen müsse – nachdem das Angebot mit zusätzlichen Fahrten und einem 7,5-Minuten-Takt zu Hauptverkehrszeiten erst 2018 ausgeweitet worden war. „Das muss man sich ohne Scheuklappen angucken“ hatte Verkehrs- und Planungsdezernent Paul Gerhard Weiß (FDP) noch im September mit Blick auf mögliche Kürzungen gefordert. Es gebe Tageszeiten, an denen nicht viele mit dem Bus unterwegs seien. Insgesamt steigt die Nutzung des Offenbacher Busnetzes allerdings an: 2018 wurden 10,6 Millionen Fahrgäste gezählt, 2019 wird mit 10,8 Millionen gerechnet.

Dass Offenbachs grüne Mobilitätsdezernentin inmitten der Gemengelage aus wachsender Nachfrage und drohenden Dieselfahrverboten nun doch keine Streichungen verkünden muss, liegt auch daran, dass die Busanbindung des Offenbacher Neubaugebiets Bürgel-Ost über den Mainzer Ring erst mit dem Fahrplanwechsel 2021 erfolgen soll – und nicht wie bisher geplant 2020. Das hat der Aufsichtsrat der Offenbacher Nahverkehrsorganisationen beschlossen. Der Grund: Das Bauplanungsamt geht davon aus, dass 2020 noch keine Menschen in Bürgel-Ost wohnen werden. Erst 2021 sollen 150 von mindestens 1000 geplanten Einwohnerinnen und Einwohnern die Neubauten im Osten des Stadtteil bezogen haben. Vorher müssen dort also noch keine Busse fahren. Die Kosten für den Angebotsausbau verschieben sich deshalb um ein Jahr.

Kostensteigerungen

Das Minus der Verkehrsbetriebe in Offenbach wächst – weil die Kosten steigen. Die erhöhten Kosten ergeben sich unter anderem daraus, dass der schrittweise Umstieg der Busflotte auf E-Mobilität teurer wird – wegen gestiegener Bau- und Anschaffungskosten.

Ein großer Teil der Mehrkosten entfällt auf den Mehrbedarf beim Personal wegen der Taktverdichtung 2018. Statt wie geplant 50 zusätzlichen Fahrerinnen und Fahrern mussten 63 eingestellt werden – plus Schulungen für ausländische Fachkräfte. So entstanden Mehrkosten von 2,5 Millionen Euro.

Die jüngsten Tarifverhandlungen im Busgewerbe werden zu weiteren Mehrkosten führen.

Subventionsbedarf steigt

Grundsätzlich gilt aber: Der Subventionsbedarf der Offenbacher Verkehrsbetriebe steigt an – unter anderem wegen des erweiterten Angebots, wegen deutlich gestiegener Personalkosten und wegen des Ausbaus der E-Mobilität. Während das Minus der Verkehrsbetriebe 2019 bei zehn Millionen Euro lag, soll das Defizit bis 2023 schätzungsweise auf deutlich über 15 Millionen Euro steigen. Das besagen Zahlen vom September 2019. Bislang galt, dass die Stadtwerke maximal acht Millionen Euro des Verlusts übernehmen und die Stadt bis zu zwei Millionen – dieser Wert wird in den kommenden Jahren wohl deutlich ansteigen.

Die oppositionelle SPD vermutet, dass die Belastungen für den städtischen Haushalt noch höher ausfallen werden als bislang von der Koalition unter Kämmerer Peter Freier (CDU) angenommen. Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Stadtparlament, Martin Wilhelm, sagte in seiner Haushaltsrede am 19. Dezember, dass man den im September vorgestellten Zahlen „nicht mehr trauen“ könne – unter anderem, weil die zuständige Dezernentin, über Veränderungen in ihrem Ressort „nur in homöopathischen Dosen“ informiere, wie Wilhelm kritisiert.

Sabine Groß weist darauf hin, dass sie „natürlich die Kosten im Blick“ habe – erwähnt aber auch, dass ein starker ÖPNV wichtig sei, um „immer mehr Menschen umwelt- und klimafreundlich transportieren zu können“.

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