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Kirstin O’Brien braucht Platz, um den Rollator ihres Sohnes in das Auto ein- und ausladen zu können.
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Kirstin O’Brien braucht Platz, um den Rollator ihres Sohnes in das Auto ein- und ausladen zu können.

Offenbach

Offenbach: Kampf um einen Behindertenparkplatz

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Kirstin O’Brien möchte für sich und ihren elfjährigen Sohn einen Behindertenparkplatz vor der Haustür in Offenbach. Die Stadt verweist auf die Tiefgarage, die allerdings nicht barrierefrei ist und 125 Euro monatlich kostet. Es gibt aber ein Angebot für eine Vor-Ort-Begehung.

Manchmal hat Kirstin O’Brien Glück. Da findet sie tatsächlich in der Nähe ihrer neuen Wohnung in der Luisenstraße in Offenbach einen Parkplatz. Die meiste Zeit allerdings muss sie ihr Auto weiter weg abstellen. Das ist für die 41-Jährige selbst zwar kein Problem, aber für ihren Sohn Liam. Der Elfjährige ist geistig fit, geht aufs Gymnasium, hat aber eine spastische Behinderung und ist auf einen Rollator angewiesen. Das Auto braucht also auch immer einen gewissen Abstand zu anderen Fahrzeugen, um den Rollator ein- und auszuladen.

Zuvor hat O’Brien an der Hafeninsel gewohnt, dort hatte die Stadt ihr einen Behindertenplatz eingerichtet. Den hat sie auch für die Luisenstraße beantragt, aber bislang nicht bekommen. „Liam steht ein solcher Platz zu, er hat einen Schwerbehindertenausweis“, sagt die alleinerziehende Mutter.

Im Ablehnungsbescheid verweist die Stadt auf den Tiefgaragenplatz des Wohnhauses. „Die Straßenverkehrsordnung sagt, wenn etwas angemietet werden kann, hat das Vorrang“, erklärt Stadtsprecher Fabian El-Cheikh. Für O’Brien hingegen ist die Tiefgarage aus mehreren Gründen keine Option. Zum einen sei sie nicht barrierefrei. „Es gibt keine Türdrücker. Jedes Mal muss man viel Kraft aufwenden, um sie zu öffnen.“ Sie könnte ihrem Sohn zwar stets die Tür aufhalten, aber für sein Selbstwertgefühl sei es wichtig, dass er etwas alleine mache.

Sie sei froh, dass es im Wohnhaus keinen Schlüssel, sondern einen Chip gibt, mit dem man die Haustür aufmachen kann. „Das ist eine Barriere weniger“, sagt O’Brien. Und einer der Hauptgründe, warum sie überhaupt in den Neubau gezogen ist. Außerdem würde der Tiefgaragenplatz 125 Euro zusätzlich an monatlicher Miete kosten.

„Der Sohn ist kein Selbstfahrer und in Begleitung der Mutter. Das ist ein anderer Sachverhalt, und man kann nicht sagen, dass es unzumutbar ist“, sagt El-Cheikh. Auch die Kosten gelten nicht als Grund. Die Stadt habe Kirstin O’Brien aber das Angebot gemacht, sich die Lage vor Ort einmal anzuschauen und gegebenenfalls neu zu entscheiden. Zwischen 25 und 30 Anträge auf einen personenbezogenen Behindertenparkplatz gingen jährlich bei der Stadt ein, bis auf drei oder vier würden auch alle genehmigt, sagt El-Cheikh.

Kirstin O’Brien kommt sich ein wenig wie eine Bittstellerin vor. „Es ist alles immer ein Kampf“, sagt sie. Menschlich sei das ein Unding. Ihr Sohn bekomme auch immer alles mit und befinde sich seit einiger Zeit in Psychotherapie, weil es an ihm nage dass er Dinge nicht machen können, die anderen in seinem Alter keine Probleme bereiten, dass er bei alltäglichen Dingen wie dem Gang zur Toilette Hilfe brauche. „Ihm wird immer gezeigt, dass er etwas nicht kann oder dass wegen ihm etwas schwierig ist.“

Der Parkplatz würde ihr und ihrem Sohn den Alltag enorm erleichtern. Da es weder Bewohnerparken noch einen Parkscheinautomaten in der Straße gebe, „sehe ich keinen Grund, warum die Stadt den Antrag ablehnt“.

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