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Nicole Köster steuert den 3-D-Drucker der Offenbacher Stadtbibliothek.
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Nicole Köster steuert den 3-D-Drucker der Offenbacher Stadtbibliothek.

Offenbach

Offenbach: In der Bibliothek kreativ werden

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die Stadtbücherei bietet seit kurzem einen Makerspace an. Leiterin Nicole Köster plant im nächsten Jahr unter anderem ein Gaming-Projekt und plädiert für einen Umzug in die Innenstadt.

Ein 3-D-Drucker surrt und brummt im Dachgeschoss der Offenbacher Stadtbibliothek. Nicole Köster hat die Maschine angestellt, um einen Schlüsselanhänger in rot-weißen Farben der Kickers zu produzieren. „Stilecht“, sagt die Leiterin der Bücherei und schmunzelt. Seit kurzem ist das oberste Stockwerk der Bildungseinrichtung zu einem sogenannten Makerspace geworden. Neben einem 3-D-Drucker gibt es eine Stickmaschine, einen Schneidplotter, mit dem T-Shirts und andere Textilien bedruckt werden können, Virtual-Reality-Brillen sowie Geräte, um Schallplatten und Kassetten zu digitalisieren.

Für Köster geht es um Teilhabe, aber auch darum, „ein bisschen eine Community zu bilden und Leute, die sonst nie in der Bibliothek waren, dafür zu interessieren“. Die Idee dazu hatte Köster, die seit 2016 die Bibliothek leitet, schon lange. Bislang war es immer eine finanzielle Frage. Dank Fördermittel konnte sie die Kreativwerkstatt nun einrichten. Der erste Testlauf war im November im Pop-up-Store in der Innenstadt. Da konnten die Offenbacherinnen und Offenbacher erstmals die Geräte ausprobieren.

Die Büchereichefin ist für Unterstützung aus der Bevölkerung dankbar, die bei der Anleitung und Einweisung der Geräte helfen können. Für den 3-D-Drucker gebe es beispielsweise 25 Vorlagen, die der Bibliothek überlassen wurden. Jeden Mittwoch ist der Makerspace offen für alle Interessierten – auch wenn es durch die Coronavirus-Pandemie noch ein paar Einschränkungen gibt.

Öffnungszeiten

Die Stadtbibliothek befindet sich in der Herrnstraße 84 und ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Die Kinderbibliothek in der Herrnstraße 59 ist dienstags bis freitags von 12 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr offen.

Durch die Pandemie hatten Köster und ihre Mitarbeiterinnen Zeit, sich weitere Gedanken über neue Projekte zu machen. Auch auf die Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer wurde eingegangen. So gibt es seit September die Bibliothek der Dinge, wo unter anderem eine Bohrmaschine, Campinggeschirr oder ein Boulespiel ausgeliehen werden kann. Das Lesecafé wurde außerdem nach hinten verlegt. „Wir haben auch noch relativ viele physische Entleihungen im Gegensatz zu anderen Bibliotheken, auch weil wir nie die Mittel gekürzt bekommen haben“, sagt Köster. Während der Lockdowns seien auch viele Gesellschaftsspiele ausgeliehen worden. Passend dazu wurde der Kinder- und Familienbereich mit mehr Sitzmöglichkeiten umgestaltet. Allerdings musste der Zugang während des zweiten Lockdowns auf 15 Minuten beschränkt werden. Immerhin aber war die Bibliothek nie geschlossen.

„Die Bibliothek als Aufenthaltsort wird immer wichtiger“, sagt Köster. Es sei wichtig, einen Ort zu bieten, der ohne Konsum funktioniere und der repräsentativ für die Stadt ist. „Ich plädiere auf jeden Fall für einen Umzug in die Innenstadt“, sagt sie. Die Menschen müssten gezielt in die Herrnstraße kommen, wenn sie in die Bibliothek wollen. In der Innenstadt hätte man die Chance, einem viel größeren Publikum zu zeigen, was drinnen eigentlich passiert. Zudem, sagt sie, reicht der Platz nicht aus und verweist auf die eng an eng stehenden Bücherregale. Es gibt 120 Arbeitsplätze, aber eigentlich bräuchte man mindestens das Doppelte. „In meinem Raumkonzept habe ich etwa zehn Gruppenarbeitsräume stehen – am besten variabel, dass man sie unterteilen kann“, sagt Köster. Außerdem bräuchte man auch mehr Arbeitsplätze mit Geräten.

Gaming-Projekt geplant

Für das neue Jahr steht als ein großes Vorhaben das Projekt Wissenswandel an: Die Bibliothek wird mobiles Gaming, einen Notebook- und Ipad-Verleih starten, „weil wir merken, dass die technische Ausstattung zu wünschen übrig lässt. Viele haben gar keinen Drucker“, sagt Köster. Außerdem will sie in der Zukunft auch das Projekt „Open Library“ angehen, bei der man die Bibliothek auch außerhalb der Öffnungszeiten aufsuchen kann. Am meisten freut sich Köster darauf, wenn sie wieder Veranstaltungen, insbesondere für Kindergarten- und Schulgruppen organisieren kann. Die sind während Corona fast komplett zum Erliegen gekommen. Dadurch würden auch viele Eltern erstmals in Berührung mit der Bücherei kommen.

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