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Der Durchgang an der Schloßstraße zum Main wird verbreitert, der rechte Aufgang zum Deich ist künftig eine barrierefreie Rampe.

Die abgestimmte Variante

Nach fast zehn Jahren Planung: Offenbacher Maindeich wird saniert

Fast zehn Jahre wurde geplant, der Bürger beteiligt und umgeplant. Gestern haben die Fachleute im Rathaus eine neue Variante der Maindeich-Sanierung präsentiert, die auch die Zustimmung der Aufsichtsbehörde Regierungspräsidium Darmstadt sowie der lokalen Katastrophenschützer findet.

Offenbach – An deren mit Sicherheitsbedenken begründetem Veto war Anfang 2018 die stadtgestalterisch wünschenswerte Lösung einer Deichsanierung mit Absenkung vor dem Isenburger Schloss gescheitert. Die nun ausgearbeitete Variante fußt laut Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß auf einer „breit abgestimmten und intelligenten Planung“, welche alle Vorgaben in puncto Sicherheit und Finanzierbarkeit erfülle.

So ist vorgesehen, den Durchgang von der Schloßstraße zum Main wesentlich zu verbreitern sowie an der Herrnstraße einen architektonisch ansprechenden und barrierefreien Zugang zum Damm und zum Mainvorgelände zu schaffen. Die übrige Planung für den knapp 1,9 Kilometer langen Deich zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Allessa-Gelände, die schon 2016 festgezurrt wurde, bleibt davon unberührt.

Maindeich-Sanierung: Zeitplan und Kosten

Läuft alles glatt, kann im Frühjahr 2021 mit der Deichsanierung begonnen werden. Sigrid Pietzsch, stellvertretende Leiterin des Stadtplanungsamts, rechnet mit einer Bauzeit von drei Jahren.

Die Kosten des Vorhabens, die bei den ersten Berechnungen im Jahre 2012 auf 12,1 Millionen Euro beziffert wurden, haben sich erwartungsgemäß erhöht und liegen mittlerweile bei knapp 18,8 Millionen. Das Gute daran: Aufgrund geänderter Zuschussbedingungen – sowohl die förderfähigen Kosten als auch die Förderung selbst wurden angehoben – bleibt der Anteil, den die Stadt Offenbach beisteuern muss, mit 8,7 Millionen Euro nahezu gleich.

Breiterer Durchgang

An der Schloßstraße sehen die Planungen wie folgt aus: Der derzeit 5,50 Meter breite und 2,20 Meter hohe Durchgang wird auf 15 Meter verbreitert und auf 2,50 Meter erhöht. Bei Hochwasser kommen dort landseitige montierte mobile Schutzwände zum Einsatz bestückt. Westlich vom Durchgang führt an der Mainstraße eine Treppe auf die Deichkrone, östlich davon geht es barrierefrei über eine Rampe hoch. Der Durchgang wird beleuchtet sein, direkt gegenüber vom Isenburger Schloss sind öffentliche Toiletten geplant.

Treppen und Rampen in Offenbach

In Höhe der Herrnstraße wird auf Anregung der Lokalen Agenda ebenfalls eine neue Anbindung der Innenstadt an das Mainvorgelände geschaffen. Wo bislang nur verwitterte Treppen auf den Damm beziehungsweise zum Fluss führen, ist vorgesehen, den Deich auf einer Länge von 17 Metern um einen Meter abzusenken. An der Öffnung wird eine kombinierte Treppen- und Rampenanlage mit Sitzmöglichkeiten errichtet, die runter bis zum Rad- und Fußweg am Main reicht. Auch an der Herrnstraße wird es so möglich sein, den Deich barrierefrei zu queren.

Mit dem Bau des Deichs wurde 1890 begonnen. Gleichzeitig schüttete man ein 30 Meter breites neues Vorgelände auf.

Weniger Parkplätze

Während der dreijährigen Bauzeit dienen Teile des Mainuferpakplatzes als Baustellen- und Lagerfläche, sodass dort Einschränkungen entstehen. Die Zufahrten zum Parkplatz bleiben erhalten. Zurückhaltend gibt sich Planungsdezernent Weiß bei der Frage, ob der Mainuferparkplatz perspektivisch nicht komplett in eine Naherholungsfläche umgewandelt werde könne. Dafür sei die Zeit noch nicht reif, so Weiß.

Maindeich-Sanierung: Bäume fallen

Gemäß den Ursprungsplänen werden von den derzeit 250 Bäumen auf dem Deich 135 gefällt. Je nach Abschnitt stehen künftig auf dem sanierten Damm eine oder zwei Reihen Bäume. An Schloß- und Herrnstraße, wo die neuen Bauwerke entstehen, wird es gar keine Deich-Bäume geben.

Dort, wo zwei Reihen Grün erhalten bleiben, ist mainseitig kein Platz für ins Deichbauwerk integrierte Spundwände. An drei Stellen, so Planerin Pietzsch, ragt deshalb die verkleidete Spundwand um fünf Meter ins Mainvorgelände rein, sodass die Böschung über die gesamte Länge gesehen optisch keine einheitliche Fläche bildet.

Zu den Maindeichen, die unter städtischer Regie saniert werden müssen, gehören neben dem in der Innenstadt zwei weitere Abschnitte: 550 Meter in Rumpenheim sowie weitere 170 Meter an der Stadtgrenze zu Mühlheim.

VON MATTHIAS DAHMER

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