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Swana Su und Marc Gatzweiler im Swana-Café in der Bleichstraße.
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Swana Su und Marc Gatzweiler im Swana-Café in der Bleichstraße.

Offenbach

Offenbach: Erfolgreiches Mentoring

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Das Tandem Gatzweiler/Su hat an dem Mentoring-Programm in Offenbach teilgenommen. Der Ingenieur hat der Café-Betreiberin geholfen, den vollen Fokus auf ihr Unternehmen zu lenken.

Marc Gatzweiler war zu Beginn etwas überfordert, gibt er zu. Als sich der 50-Jährige das erste Mal mit Swana Su unterhielt, stand ihm eine junge Frau gegenüber, die vor Kreativität und Ideen nur so übersprudelte. „Ich brauche deinen Main-Business-Case. Die Sachen, die nichts damit zu haben, schieben wir erst einmal zur Seite“, erinnert sich der Diplom-Ingenieur an das erste Gespräch vor rund einem Jahr.

„Wir haben zu 1000 Prozent den Fokus auf das Unternehmen gelegt“, ergänzt Su. Die 25-Jährige hat vor einem Jahr das Swana-Café in der Bleichstraße in Offenbach eröffnet. Drei Wochen später kam Corona. Sie hatte sich bei der Stadt Offenbach um die Einrichtung einer Terrasse bemüht. Wegen der Parkplatzsituation in der Straße unweit des Wilhelmsplatzes war da jedoch nichts zu machen. „Sie haben mir aber gesagt: Hey, wir haben was anderes für dich“, erzählt die 25-Jährige. Und zwar das Mentoring-Programm der Gründerstadt Offenbach, das von KIZ organisiert wird.

Su hat sich überzeugen lassen, als Mentee teilzunehmen, und bekam Gatzweiler als Mentor zugeteilt. „Es hat auf Anhieb menschlich gut gepasst“, erzählt Gatzweiler, der den Baustoffhandel Delta Elements in Offenbach führt und sechs Mitarbeiter hat. Er war bereit, sich Zeit zu nehmen, um ein junges Start-up in der Anfangsphase zu unterstützen, „anfangs war er meine emotionale Stütze“, erzählt Su. „Alles lief schief.“ Nach dem ersten Lockdown gab es ein paar gute Monate, dann kam direkt der zweite Lockdown. Ein Alptraum für die engagierte Jungunternehmerin.

Das Café hat sie für ihre Mutter eröffnet. „Es war mein Traum, etwas meiner Mama zurückzugeben“, erzählt Su, die bis dahin im Marketing und Verkauf von Schmuck und Uhren gearbeitet hatte. Sie wollte jedoch die Familie an die erste Stelle rücken. Von Bad Salzhausen wollte sie eigentlich nach Frankfurt ziehen, dann hat sie den Neubau in der Offenbacher Bleichstraße entdeckt, wo sie die Wohnung und das dazugehörige Ladengeschäft gekauft hat. „Sie ist in jungen Jahren schon sehr erwachsen“, findet Gatzweiler. Sie brauche auch gar nicht viel Beratung, sondern habe klare Vorstellungen. „Wir hatten keinen Jour fixe, sondern haben es bedarfsabhängig gemacht“, berichtet Gatzweiler. Neben dem Aufzeigen von Entwicklungsfeldern hat er ihr von Anfang an klargemacht, dass sie sich mit den Zahlen beschäftigen muss. „Genau das wollte ich von ihm lernen“, bestätigt Su.

Für ihr Café hat sie ein klares Konzept. Die Arabica-Kaffeebohnen kommen aus Äthiopien und Brasilien und werden in der Frankfurter Rösterei Hoppenworth & Ploch blond geröstet. Es gibt unter anderem vegane, zuckerfreie Kuchen, und ihre Mutter macht chinesische Teigtaschen oder andere Snacks. Derzeit ist sie jedoch im Urlaub, und ein Trainee kümmert sich um das Geschäft. Während der Lockdowns hat sie ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und einen riesigen Pfau an die eine Wand gemalt, an der anderen Wand sind rote Lotusblüten – Lieblingstier und Lieblingsblume ihrer Mutter.

„Ich habe in diesem Jahr viel mehr gelernt als wahrscheinlich in fünf Jahren“, sagt Su. Auch Gatzweiler glaubt, dass die Corona-Krise ein guter Prüfstein war, zumal sein Mentee sie auch gut gemeistert hat. „Ihre Persönlichkeit hat mich auch sehr inspiriert“, sagt Gatzweiler. Die menschliche Ebene sei auch in der sonst rauen Baubranche im Umgang mit den Kunden wichtig.

Swana Su will mit ihrem Café nach dem Ende der Bundesnotbremse endlich durchstarten. Und Marc Gatzweiler wird sicher öfter auf einen Kaffee oder ein Stück Kuchen vorbeischauen. „Wir sind gute Freunde geworden, wie eine Familie“, sagt Su strahlend.

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