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Das Offenbacher Nordend wächst weiter - Ende Juni lebten dort 12.971 Menschen. Foto: Christoph Boeckheler.

Offenbach

Offenbach: Einwohnerzahl gesunken

Keine 140.000 Einwohnermehr: Die ungewöhnliche Entwicklung im zweiten Quartal könnte schon eine Folge der negativen Wirtschaftslage in Deutschland sein.

Die Einwohnerzahl der Stadt Offenbach ist im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum ersten Quartal um 475 Personen gesunken. Sie lag zum Stichtag 30. Juni somit nicht mehr über 140 000 Einwohnern, sondern nur noch bei 139 621. Das ist eine ungewöhnliche Nachricht: In den letzten Jahren vermeldete das Statistikamt mit jeder Veröffentlichung stets neue Einwohnerrekorde für die Stadt Offenbach, wo Wohnungsbau und Zuzug stark sind.

Im Vergleich zum Juni des Vorjahres ist die Einwohnerzahl zwar um 688 Personen gestiegen. Doch liegt auch dieser Wert deutlich unter den Anstiegen der Vorjahre.

Der Leiter des Offenbacher Statistikamtes, Matthias Schulze-Böing, betont, dass man diese Quartalszahlen „nicht überinterpretieren“ sollte. Erst zum Ende des Jahres könne man beurteilen, „ob sich da ein Trend herausbildet“. Schulze-Böing sagt aber, dass es möglich sei, dass sich der für die Bevölkerungsentwicklung Offenbachs sehr bedeutende Zuzug aus dem Ausland als „Reaktion auf die veränderte Wirtschaftslage“ abgeschwächt haben könnte. Auch in der Vergangenheit habe man beobachten können, dass die Anzahl der Zuziehenden aus anderen Ländern in die Stadt stark mit der konjunkturellen Lage in Zusammenhang stehe. Belege gebe es für diese Vermutung aber noch keine.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass viele große Offenbacher Wohnbauprojekte am Kaiserlei, im Nordend und in der westlichen Innenstadt erst in den kommenden Monaten und Jahren bezugsfertig sein werden.

Etwas angestiegen sind die Einwohnerzahlen von März bis Juni trotz allgemeinem Rückgang etwa in den Stadtteilen Waldheim (plus 43 Personen), Nordend (42) und Hafen (34).

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