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Im Dezember kontrollierte die Stadtpolizei in Offenbach die Einhaltung der Ausgangssperre. Foto: Rolf Oeser
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Im Dezember kontrollierte die Stadtpolizei in Offenbach die Einhaltung der Ausgangssperre.

Corona in Hessen

Offenbach droht Ausgangssperre

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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  • Timur Tinç
    Timur Tinç
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Die Stadt steht kurz vor einer Sieben-Tages-Inzidenz von 200. Während das Robert Koch-Institut (RKI) Offenbach bereits über der Schwelle sieht, hat das Gesundheitsamt andere Zahlen. Größtes Infektionsgeschehen im privaten Bereich.

Ausgerechnet bei der kritischen Marke 200 der Sieben-Tage-Inzidenz weichen die Zahlen der Stadt Offenbach und die des Robert-Koch-Instituts (RKI) voneinander ab. Während das RKI bei seiner Berechnung die Stadt über der Schwelle sieht, hat das Offenbacher Gesundheitsamt am Mittwoch eine Inzidenz von 190,4 bekanntgegeben.

„In der Regel sind es minimale Unterschiede beim Übermittlungszeitpunkt“, erklärte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß (Grüne) gestern. Helfen würde eine rechtzeitige Einrichtung der Software Sormas für die Gesundheitsämter, um einen einheitlichen Zugriff auf den Datenpool zu haben. Ursprünglich sollten laut Aussage des hessischen Gesundheitsministers Kai Klose (Grüne) alle Kommunen das Programm bis Ende Februar bekommen. „Das Thema haben wir auf der Tagesordnung für die Sitzung des Verwaltungsstabs am Donnerstag“, sagte Groß.

Gerade im Hinblick auf eine nächtliche Ausgangssperre ist entscheidend, nach welcher Zahl sich die Stadt letztlich richtet, wenn es um die Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Fällen pro 100 000 Einwohner:innen geht. Laut aktuellem Eskalationskonzept gilt: Ist eine Kommune drei Tage über der 200er-Marke, soll sie eine Ausgangssperre verhängen. Aufgehoben wird diese erst wieder, wenn der Wert fünf Tage am Stück unterschritten wird.

Die Soll-Formulierung gab es damals wegen vieler lokaler Ausbrüche in Altenheimen, die klar eingrenzbar waren. Die Stadt Offenbach hatte vom 12. Dezember bis 5. Januar eine dreieinhalbwöchige Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr verhängt, weil das Infektionsgeschehen sehr diffus erschien. 403 Verstöße dagegen stellte die Stadt fest. Auch andere hessische Städte und Landkreise beschnitten zum Höhepunkt der zweiten Infektionswelle die Aktivitäten der Bevölkerung, um die Zahl der Infizierten, von denen auch viele starben, zu begrenzen.

Aktuell sieht es so aus: „Von den Infektionen, die wir nachweisen können, finden mehr als die Hälfte in geschlossenen Räumen bei privaten Kontakten statt“, sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Ehe die Stadt die Wirtschaft weiter beschneide oder den Kindern verbiete, in die Schule zu gehen, sei eine Einschränkung der privaten Kontakte die wahrscheinlichere Variante. „Wir müssen jetzt abklären, was andere Städte machen und was im neuen Eskalationskonzept steht, auf das wir seit längerem warten“, sagte Schwenke.

Kitas und Schulen zu

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte zuletzt am Dienstag betont, Entscheidungen vor Ort seien das Klügste. Bei der Ministerpräsident:innenkonferenz mit der Kanzlerin sei zwar eine Inzidenz von 100 als Schwellenwert für eine Ausgangssperre vereinbart worden. Doch das sei lediglich eine „Kann-Bestimmung“, versicherte Bouffier. Ein Werkzeug in „einem Instrumentenkasten, das man nehmen kann, aber nicht muss“.

Unterdessen hat der nordhessische Landkreis Hersfeld-Rotenburg die Option gezogen und angesichts der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Demnach werden von diesem Donnerstag, 25. März, bis einschließlich 16. April alle Kindertagesstätten sowie die Schulen für die Jahrgänge eins bis sechs geschlossen, teilte der Landkreis dieser Tage mit. Darauf hätten sich der Verwaltungsstab des Kreises, das staatliche Schulamt sowie Harald Preßmann (FWG), Sprecher der Bürgermeister im Landkreis, verständigt. Hersfeld-Rotenburg war am Dienstag mit einer Inzidenz von 231,1 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner:innen innerhalb der vergangenen sieben Tage hessenweit der Kreis mit dem höchsten Wert.

In den Einrichtungen gibt es eine Notbetreuung – abgesehen von den Schulen während der Osterferien. Nicht betroffen sind die Abschlussklassen, die weiter am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. Für die übrigen Jahrgänge erging „die dringende Empfehlung zur Nutzung von Distanzunterricht“. Laut Kreisgsundheitsamt gibt es ein „flächendeckendes Infektionscluster“ vor allem in Kindergärten. Elf Einrichtungen wurden per Einzelverfügung geschlossen, einzelne Gruppen unter Quarantäne gestellt.

Änderungen der Allgemeinverfügung sollen erst erfolgen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen den Wert von 100 unterschreitet. mit dpa

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