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Die Stadt Offenbach hat doch noch Kohle - zumindest für ihr Kraftwerk.

Offenbach

CO2-Ausstoß sinkt zu langsam

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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Die Energiebilanz der Stadt Offenbach ist durchwachsen. Für die nächsten Jahre setzt der Magistrat sich ehrgeizigere Ziele.

Die Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt für den Zeitraum 2017 bis 2019 ist ernüchternd. Sie zeigt für Offenbach „deutlichen Handlungsbedarf“, wie es in einer Mitteilung des Magistrats heißt.

Seit 2011, dem ersten Jahrnach der Stilllegung der chemischen Industrie im Industriepark, sind die Emissionen laut dem Bericht um 15 Prozent zurückgegangen (im Vergleich zu 2005 sind es immerhin 35 Prozent weniger). Die Selbstverpflichtung der Stadt, die Emissionen alle fünf Jahre um 10 Prozent zu reduzieren, konnte laut Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) „nur ganz knapp“ eingehalten werden.

Wenig hilfreich ist der Umstand, dass in der Stadt weiter ein Kohlekraftwerk läuft. Auch deswegen liegen die Emissionen des Offenbacher Strommixes deutlich über dem Bundesschnitt. Der Anteil erneuerbarer Energien lag 2019 in Offenbach bei lediglich sechs Prozent. Geändert habe sich der Wert seit 2010 kaum; es wurden zwar mehr Solarmodule installiert, gleichzeitig wurde die Stromerzeugung aus Wasserkraft unter anderem wegen Artenschutzauflagen aber zurückgefahren.

Hauptproblem Verkehr

Den größten Anteil am Energieverbrauch in Offenbach hat laut Statistik der Verkehr, der 2019 für 38 Prozent des Endenergieverbrauchs verantwortlich war – davon vor allem der „motorisierte Individualverkehr“, also Autos. Beim Verkehr stagnieren die Emissionen seit zehn Jahren. Etwas besser wird die Offenbacher Bilanz, wenn man bedenkt, dass die Bevölkerungszahl von 2005 bis 2019 um 18 Prozent gestiegen ist. Deshalb bedeutet der Umstand, dass sich der Endenergieverbrauch der Haushalte in zehn Jahren kaum geändert hat, unter dem Strich eine Verbesserung der Pro-Kopf-Werte.

Auch die Emissionen der Wirtschaft sind seit 2011 um immerhin 31 Prozent zurückgegangen. In dem aktuellen Energiebericht erkennt die Stadt an, dass das bisherige Einsparungsziel nicht ausreicht, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Stadt habe sich daher neue Ziele gesetzt, heißt es in dem Bericht – der aktuelle Wert von rund sieben Tonnen CO2-Ausstoß pro Person soll künftig alle fünf Jahre um eine Tonne reduziert werden. Damit wäre die Stadt im Jahr 2055 CO2-neutral – vorausgesetzt, die Vorgaben werden eingehalten. Heike Hollerbach, Amtsleiterin des Amtes für Umwelt, Klimaschutz und Energie, bringt es auf den Punkt: „So wie es derzeit läuft, kann es auf lange Sicht nicht weitergehen“.

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