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Proteste gegen den Auftritt von Björn Höcke bei einer Kundgebung der AfD zur Kommunalwahl 2021. Foto Peter Jülich
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Proteste gegen den Auftritt von Björn Höcke bei einer Kundgebung der AfD zur Kommunalwahl 2021.

Protest

Breite Front gegen Björn Höcke

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Rund 1000 Menschen stellen sich in Offenbach einer Kundgebung der AfD entgegen, die nur 50 Sympathisanten versammeln kann.

Offenbach ist der Alptraum der AfD“, schallt es aus dem Lautsprecher eines roten Van, der in der Kaiserstraße steht. Lauter Jubel ertönt ringsherum von Menschen, die sich am Mittwoch zu Hunderten gegen eine Kundgebung der Alternative für Deutschland in der Offenbacher Innenstadt versammelt haben. Während der Hauptredner, der Rechtsextremist Björn Höcke, die Stadt bereits verlassen hat, ziehen rund 400 Menschen durch das Nordend, um gegen Faschismus zu protestieren. Am Goetheplatz schmeißt eine Frau Eier von ihrem Fenster aus auf die Demonstrierenden. Es fliegen Eier zurück.

Die Veranstalter:innen sprachen von insgesamt rund 1000 Teilnehmer:innen. Die Polizei hatte „mehrere Hundert“ im Bereich der Berliner Straße gezählt. Die AfD hatte lediglich 50 Sympathisanten vor dem Rathaus versammeln können. Ringsherum dröhnten ihnen laute Musik, Rasseln, Pfiffe und Getrommel entgegen. Laut Polizei gab es sieben Festnahmen. Darunter auch ein Mann, der den Hitlergruß gezeigt habe.

Zwischendurch wird es ungemütlich, die demo bleibt aber weitgehend friedlich.

„Wir haben es geschafft, dass 36 unterschiedliche Organisationen sich gegen rechts gestellt haben“, freute sich Sybille Schäfer vom Bündnis Bunt statt braun. Ulrich Wilken, Abgeordneter der Linken im Hessischen Landtag befand: „Es ist ermutigend, wie viele Menschen derzeit gegen die AfD-Flügel-Veranstaltung protestieren und Björn Höcke sowie den beiden Landtagsabgeordneten Heiko Scholz und Dimitri Schulz klarmachen: kein Fußbreit dem Faschismus.“

Bereits ab 11 Uhr ist die Innenstadt von der Polizei weiträumig abgesperrt. Mehrere Hundert Beamtinnen und Beamte sind vor Ort. Die AfD hat ihren Stand um 12 Uhr bereits aufgebaut, am Rathaus hängt ein Plakat: „Offenbach steht für Vielfalt und Toleranz.“ Die von der AfD engagierten Ordner stellen sich als Menschen aus den verschiedensten Nationen heraus. Sie gehörten zu einer Sicherheitsfirma, erzählt einer: „Wenn wir nicht hier wären, könnte die Veranstaltung gar nicht stattfinden.“ Sie bräuchten das Geld, erklärt ein nach Deutschland geflohener Eritreer.

Erinnerung an Hanau.

Um 13.30 Uhr beginnt die Gegenkundgebung auf der Berliner Straße. Als Erster spricht Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), der Björn Höcke konsequent Bernd nennt. Auch der gesamte Magistrat ist da. „Wir lassen nicht zu, dass jemand den Raum des Sagbaren so verschiebt, dass die Würde des Menschen angetastet wird“, sagt Schwenke. Piter Minnemann, einer der Überlebenden des rassistischen Anschlags von Hanau, erinnert daran, dass der dortige Täter sich von Verschwörungstheorien und Höcke-Reden inspirieren ließ.

Um 14.15 wird es unruhig. Mehrere Demo-Teilnehmer:innen treten gegen die Absperrung, eine Rauchbombe wird gezündet. „Wenn weiter Gegenstände geworfen werden, werden wir uns wehren“, ertönt es aus dem Lautsprecherwagen der Polizei, die die Demonstrierenden umzingelt. Die Lage beruhigt sich.

AfDler vom Kreisverband Mittelsachsen versuchen, ein Transparent aufzuhängen.

Derweil wünscht die Offenbacher AfD-Vorsitzende Christin Thüne allen hinter der Absperrung, dass sie sich schnell impfen lassen. „Dann sind wir sie schnell los.“ Höcke stellt sich um 14.53 Uhr ans Rednerpult, arbeitet sich am „Corona-Regime“ ab und bejammert, dass das Land in Trümmern liege. Abschließend wird die Nationalhymne gesungen, dann steigt er unter lautem Gejohle der Demonstrierenden in ein schwarzes Auto und fährt davon.

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