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Mit welchem Antrieb sollen Offenbachs Busse künftig fahren?

SPD fordert Transparenz

Biomethan-Busse keine gute Alternative zu E-Bussen in Offenbach

Alternative Antriebe für die städtische Busflotte in Offenbach wurden geprüft. Die SPD fordert Transparenz bei großen Investitionen städtischer Gesellschaften - im Nahverkehr gab es große Kostensteigerungen.

Offenbachs Busverkehr auf Biomethantechnologie umzustellen würde „bei zweifelhafter Ökobilanz zu Mehrkosten führen“. Das teilte Offenbachs Mobilitätsdezernentin Sabine Groß (Grüne) in einer Antwort auf eine Magistratsanfrage der SPD-Fraktion mit. Auch ein Umstieg auf wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sei überprüft worden – mit negativem Ergebnis. Deshalb habe man sich schon vor einer Weile auf den schrittweisen Austausch der städtischen Dieselbusse durch E-Busse festgelegt. Daran halte man nun fest.

Biomethan führt zu geringeren CO2-Emissionen

Der Einsatz von Biomethan führe zwar zu geringeren CO2-Emissionen – auch im Vergleich zu Erdgas – und sei mit Blick auf den Klimaschutz deshalb ebenfalls eine sinnvolle Antriebstechnologie, heißt es beim Magistrat. Die Gesamtökobilanz sei aber zweifelhaft: Unter anderem, weil zur Gewinnung der Rohstoffe Flächen in Anspruch genommen werden müssten, die dann nicht mehr zur Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen. Der Anbau von Biomasse könne zudem zur Landgewinnung durch Rodung und Trockenlegung von Gebieten beitragen. Ein weiteres Argument für die Elektromobilität sei laut Ansicht des Magistrats, dass Biomethanbusse – anders als E-Busse – dort, wo sie unterwegs sind, Stickoxide und Feinstaub emittieren. Wenn auch in deutlich geringerem Umfang als Diesel- oder Benzinfahrzeuge.

Anfang der Woche hatte Dezernentin Groß verkündet, dass die Offenbacher Rathauskoalition wegen massiver Kostensteigerungen beim Nahverkehr Kürzungen vornehmen werde: Man überlege zum Beispiel, welche Fahrpläne ausgedünnte werden können – und welche nicht. An der teilweisen Elektrifizierung der Busflotte wird aber festgehalten – auch wegen der Fördergelder von Bund und Land, die sonst verfallen würden.

Offenbach: SPD meldet sich zu Wort

Die komplette Antwort der Mobilitätsdezernentin auf die SPD-Anfrage finden Sie hier.

Nun meldet sich die SPD wieder beim Thema zu Wort: Die Sozialdemokraten fordern, dass millionenschwere Investitionen, die von den städtischen Gesellschaften getätigt werden, künftig nicht mehr ohne Zustimmung der Stadtverordneten getätigt werden. „Wir beschließen im Stadtparlament unter anderem Detailfragen, wie die Prüfung von zusätzlichen Parkbänken im Stadtgebiet, während millionenschwere Investitionen beispielsweise im Bereich des Nahverkehrs für die Stadtverordneten lange im Unklaren bleiben“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende der SPD, Martin Wilhelm. Um ihrer Kontrollfunktion gerecht zu werden, soll den Stadtverordneten laut Willen der SPD künftig quartalsweise eine Aufstellung aller geplanten und laufenden Projekte der städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe vorgelegt werden, deren Kosten eine Million Euro übersteigen.

Die Verkehrswende könnte in Offenbach in einem Debakel enden. Die Stadt kündigt Einschränkungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an.

Von Fabian Scheuermann

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