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In Offenbach fehlen die bezahlbaren Wohnungen.

Offenbach

Offenbach: Abbau von Sozialwohnungen vorerst gestoppt

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Die Anzahl der geförderten Wohnungen in der Stadt stagniert anstatt weiter zu fallen.

Der Abbau von gefördertem Wohnraum konnte in Offenbach im Jahr 2018 vorerst gestoppt werden – das geht aus einem aktuellen Bericht des Magistrats an die Stadtverordneten hervor, der der FR vorliegt. Demnach existierten in Offenbach Ende vergangenen Jahres noch 3841 geförderte Wohnungen, das waren 20 mehr als 2017.

Im Jahr 2016 lag die Anzahl geförderter Wohnungen in der Stadt allerdings noch bei 3926. Insgesamt gab es 2017 in der Stadt 61 551 Wohnungen, Tendenz stark steigend.

Ein Grund für Entwarnung ist die aktuelle Entwicklung aber noch nicht. Denn der leichte Anstieg beim Bestand geförderter Wohnungen erklärt sich aus einer Mischung aus reger Bautätigkeit und der Tatsache, dass 2018 nur zehn Wohnungen aus der Belegungsbindung gefallen sind. 2019 rechnet die Stadt mit 39 Wohnungen, die aus der Sozialbindung fallen – 2017 waren es sogar 105 Wohnungen.

Unterstützung kommt vom Land: Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte (NH) hat beschlossen, die Bindungen für 137 Wohnungen im Offenbacher Stadtgebiet um zehn Jahre zu verlängern: Statt 2021 läuft die Sozialbindung in diesen Wohnungen nun erst 2031 aus. Bei den Neubauten, die die NH derzeit in Offenbach in großer Zahl errichtet oder plant – insgesamt handelt es sich um 902 Wohnungen – hinkt die Baugesellschaft allerdings etwas hinter der von ihr landesweit angestrebten Quote von 30 Prozent gefördertem Wohnraum bei Neubauprojekten hinterher: Im aktuellsten Projekt, dem Gustavshof im Senefelderquartier, liegt dessen Anteil nur bei rund elf Prozent, im nahe gelegenen Liebigquartier sollen es 30 Prozent sein (die FR berichtete).

Noch etwas anderes lässt sich dem Magistratsbericht entnehmen: Die Fördermittel, die Land und Stadt für Wohnungsbau oder -verschönerung bereitstellen, werden in Offenbach nicht ausgeschöpft. So können Familien, die die Förderkriterien erfüllen, mit dem „Hessen-Baudarlehen“ Unterstützung beim Neubau oder Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum erhalten.

„Dieses Fördergeld wird derzeit noch zu wenig genutzt“, kommentiert Offenbachs Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) den Bericht. 2017 wurde nur ein Haus gefördert, 2018 keines. Ungenutzt seien auch Fördermittel, mit denen zwar kein Wohnraum geschaffen, aber der vorhandene besser gestaltet werden solle: So gingen 2018 keine Förderanträge für das Fassadenprogramm der Stadt ein, im Rahmen dessen Offenbach die optische Aufwertung straßenseitiger Fassaden fördert. Auch ein Programm für die Begrünung straßenseitiger Brandwände blieb dem Magistrat zufolge im vergangenen Jahr unangetastet.

Infos zum Offenbacher Fassadenprogramm und zur Wohnbauförderung sind auf www.offenbach.de/aktive-innenstadt und auf www.offenbach.de/wohnbaufoerderung zu finden.

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