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Offenbach: 70-Jähriger muss für Mord an Freundin zehn Jahre hinter Gitter

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Weil er nicht wollte, dass sie sich einem Neuen zuwendet, erstach ein Rentner seine frühere Lebensgefährtin.

Wegen Totschlags ist ein 70-jähriger Offenbacher zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Rentner hatte am 18. März zunächst mit einem Fotostativ auf seine frühere Lebensgefährtin eingeschlagen. Danach stach er mit einem Küchenmesser auf die Mutter der drei gemeinsamen Kinder ein, um zu verhindern, dass sich die 57-Jährige ihrem neuen Freund zuwendet und aus der gemeinsam Wohnung auszieht. Die Frau erlitt durch den brutalen Angriff eine klaffende Stichverletzung am Hals, die schließlich zu ihrem Tode führte.

Nach der Tat war der Senior mit seinem Motorroller geflüchtet. Gefahndet wurde nach dem Mann auch mit Hilfe einer Kriminalsendung im Hessischen Rundfunk. Rund zwei Wochen nach der Bluttat folgte der etwas überraschende Durchbruch bei der Fahndung: Der Tatverdächtige konnte im westfälischen Münster festgenommen werden. Der entscheidende Hinweis kam von Mitarbeitern der dortigen Stadtverwaltung, nachdem der Offenbacher neue Dokumente beantragen wollte.

Prozess in Offenbach: Sohn verlässt weinend Gericht

Der Haftrichter schickte den inzwischen 70-Jährigen in Untersuchungshaft. Nach den Verhören und nach Abschluss der Ermittlungen durch die Kriminalpolizei klagte die Staatsanwaltschaft den Mann zunächst wegen Mordverdachts an. Mordmerkmale konnte Richter Volker Wagner allerdings nicht erkennen.

Rechtsmediziner, ein psychiatrischer Sachverständiger und etliche Zeugen kamen seit Beginn des Prozesses am 5. Dezember zu Wort. Für den Fall waren zunächst vier Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wurde dann aber schon am dritten Prozesstag verkündet.

Der Rentner hatte die Tat vor der Elften Strafkammer des Landgerichts gestanden. Die drei gemeinsamen Kinder des Mannes und seiner getöteten Lebensgefährtin, die den blutüberströmten Leichnam der Mutter in der Wohnung in Offenbach gefunden hatten, verfolgten den Prozess als Nebenkläger. In seinen letzten Worten hatte der Rentner erklärt, das ihm die Tat sehr leid tue und er bestraft werden müsse. Er wisse, was er den Kindern angetan habe. Der älteste Sohn verließ nach der Urteilsverkündung weinend den Gerichtssaal.

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