Unser Bild zeigt den Blick von der senefelderstraße in Offenbach Süd auf das alte MAN- Roland-Gelände.
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Unser Bild zeigt den Blick von der senefelderstraße in Offenbach Süd auf das alte MAN- Roland-Gelände.

Altes MAN-Roland-Gelände

Neues Zentrum für Offenbach Süd

Investoren und MAN sind sich über die Bebauung des alten Werksgeländes in der südlichen Innenstadt einig. Hier soll ein Quartierszentrum entstehen, mit Wohnungen, Geschäften, Schule, Kita und Park.

Von Jörg Muthorst

Zwei Jahre lang hat der Umbau der alten Industriebrache gestockt. Die Interessen von Grundeigentümer MAN, Kommune und Investoren ließen sich nicht so schnell, wie noch 2007 beim Städtebaulichen Wettbewerb erhofft, in Einklang bringen. Doch jetzt scheint Bewegung in das mit Bundes- und Landesmitteln geförderte Projekt "Stadtumbau West" zu kommen.

Auch wenn einige Detailfragen noch offen seien, so Georg Beil, Leiter des MAN-Liegenschaftsmanagements in München, hätten Eigentümer und Investoren, der Frankfurter Wohnungsbaukonzern ABG Holding und die Frankfurter Helaba-Tochter OFB Projektentwicklung, eine Einigung erzielt und sich auf eine Absichtserklärung zu der weiteren Vorgehensweise verständigt. Kaufverträge würden bald folgen.

Vor sechs Jahren wurde in dem monolithisch wirkenden MAN-Werk 1 das letzte Druckwerk hergestellt. Seither stehen die denkmalgeschützten Produktionshallen an der Christian-Pleß-Straße leer, liegen 3,2 Hektar inmitten des Wohngebiets zwischen Senefelder- und Waldstraße brach.

Jetzt soll hier die südliche Innenstadt, ein hochverdichtetes Gründerzeitviertel zwischen Bahnlinie und Starkenburgring, in das auch Mittel aus dem Landesprogramm "Soziale Stadt" fließen sollen, ein neues Quartierszentrum bekommen, mit Wohnen, Einzelhandel, Schule, Kita, Forum und Grünfläche.

Die ABG will im Osten Richtung Waldstraße die Industriebebauung abreißen und in einem fünfgeschossigen Komplex aus Passivhäusern mit hochwertiger Architektur, farbenfroher Fassade und Tiefgarage 150 Wohnungen verschiedener Größe bauen. Die Front mit großen "französischen" Fenstern und Balkonen nimmt die Struktur der Gründerzeitbebauung auf und belässt einen großen Zugang zum Innenhof.

Stadt hat ein Belegungsrecht

Der Entwurf stammt vom Frankfurter Architekten Michael Landes, dessen Büro sich vor drei Jahren schon am Städtebaulichen Wettbewerb beteiligt hatte, das Passivhaus-Vorzeigeprojekt der ABG am Frankfurter "Hansapark" mitentwickelte und das Rundschau-Haus im Sachsenhäuser Depot entwarf.

Ein Teil der Wohnungen soll mit öffentlicher Förderung entstehen. Sie würden sozialverträglich vermietet, tritt Frank Junker, Chef des Frankfurter Stadtkonzerns, Ängsten in Offenbach entgegen, Frankfurt könne seine Hilfebezieher in der Nachbarstadt ansiedeln. Abgesichert wird das durch ein Belegungsrecht Offenbachs.

Eine solche Mischung sei sinnvoll, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD). Die Stadt habe viel Potenzial, lobt Junker den Standort. Das ABG-Engagement sei ein "Beitrag zur gelebten Regionalität".

Weniger auskunftsfreudig gibt man sich bei der OFB Projektentwicklung. Sie ist für den gewerblichen Teil der Umnutzung zuständig und wird nach Informationen der Frankfurter Rundschau die markante Trapezhalle im Westen an der Senefelderstraße umbauen. Unter dem Shed- oder auch Sägezahndach soll ein Nahversorgungszentrum mit ergänzendem Kleingewerbe, ein überdachter, sich zur öffentlichchen Grünfläche in der Mitte öffnender Platz als Bürgerforum und im Norden eine Kindertagesstätte entstehen.

Im Herzen des Geländes wird eine Grundschule gebaut

Darüber hinaus soll die OFB für die Stadt in Öffentlich-Privater Partnerschaft (ÖPP) in der Geländemitte eine neue Grundschule bauen. Preise liegen aber noch nicht auf dem Tisch. Ohnehin hat die Stadt mit dem Neubau keine Eile. Die Humboldt-Schule, die der OB gerne nach Senefelder umbenennen würde, gehört erst zur zweiten Tranche des Schulbau-Sanierungsprogramms.

Eile geboten ist nach Einschätzung Schneiders eher beim Gesamtprojekt: "Sonst fliegt Offenbach noch aus dem Förderprogramm." Dabei wird viel von der Finanzkraft der Stadt abhängen, um die es absehbar aber eher schlechter bestellt ist. Ohne öffentliche Unterstützung komme selbst der gewerbliche Teil nicht voran, sagt der OB und rechnet mit einem Baubeginn in diesem Bereich nicht vor 2012.

Auch die Schule, in die das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude integriert werden soll, kann nach Einschätzung Beils nicht vor 2012 begonnen werden. Anders sieht es mit der Wohnbebauung aus. Hier ist die ABG mit einem fertigen Entwurf startbereit und wartet, bis etwa am Jahresende das Baurecht vorliegt.

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