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Langweilig? Hier doch nicht: Engin Efe vor seinem Café. Foto: Monika Müller
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Langweilig? Hier doch nicht: Engin Efe vor seinem Café. Foto: Monika Müller

Cafébar „OFOF“ in Offenbach

Neues Wohnzimmer fürs kreative Nordend

  • Fabian Scheuermann
    VonFabian Scheuermann
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Die Cafébar „OFOF“ im Offenbacher Nordend will ein Ort des Austauschs sein.

Engin Efe kommt für sein Leben gern mit Menschen ins Gespräch, tauscht sich aus und setzt so alltägliche Kontrapunkte gegen die Anonymität der Großstadt. Wenn also jemand sein Café im Offenbacher Nordend betritt, dann fragt Efe, wie es so geht, was läuft und was der Tag wohl noch so Schönes bringt.

Man kennt sich in der Cafébar „OFOF“ – dabei ist die noch gar nicht so lange da. Im Juli hat der stets schick angezogene Efe die hohen Räume eines ehemaligen Versicherungsbüros am nördlichen Ende der Ludwigstraße umgebaut. Er, der Essener Chemielaborant, der vor acht Jahren nochmal umgesattelt hat und zum Kommunikationsdesignstudium nach Frankfurt gezogen ist. Nach einer Weltreise hat er sich mit dem Café nach einiger Zeit im neuen Job nun abermals neu orientiert. „Wir arbeiten doch eh bis Siebzig, da kann man doch nicht die ganze Zeit das Gleiche machen“, sagt der 34-Jährige sinngemäß.

„Ich habe die letzten acht Jahre immer so ein Café gesucht, wo Kunst, Design und Interieur ineinander übergehen“, erzählt Efe. Jetzt hat er es eben selbst aufgemacht, sein „Baby“, in Hafennähe, ziemlich clean und durchgestylt – aber trotzdem gemütlich. Es läuft elektronische Musik und über den aus geometrischen Töpfen lunzenden Kakteen hat Efe an der weißen Wand einen knallroten Neonschriftzug befestigt: „Bitch better have my coffee“ steht da. Übersetzen lässt sich das nur schwer – steif ist es auf jeden Fall nicht.  Das kann man kritisieren. Man kann es aber auch ironisch zur Kenntnis nehmen – es ist eine Anspielung an ein Lied von Rihanna – und den Kaffee probieren, der im nahen Obertshausen geröstet wird.

In Offenbach mit seiner Designerszene kommt dieser Mix gut an, mehr als 1000 Facebook-Likes hat das Café und im Netz gibt es viel Lob – etwa über die Auswahl veganer Kuchen, die Efe von einem Freund in Frankfurt backen lässt. Efe selbst macht Paninis und gibt bald sogar einen Panini-Workshop – der schon ausgebucht ist.

Die Coolness, die Offenbach seit ein paar Jahren nachgesagt wird, die sich im Stadtbild aber eher selten blicken lässt – im „OFOF“ kann man sie anfassen. Und am Wochenende, wenn zusätzlich zu Anwohnern und HfG-Studierenden auch Hafenbewohner kommen, ist es dann auch mal richtig voll. Unter der Woche ist nur Mittags viel los, wenn sich die Kreativler der gegenüberliegenden Heyne-Fabrik hier ihr Essen holen. „Die Location ist gut versteckt, aber langsam spricht sich das rum“, gibt sich Efe zuversichtlich.

Die Tür geht auf, Jefferson Celestino kommt rein und begrüßt alle mit Handschlag: Der brasilianische DJ und Neu-Offenbacher legt im Café auf und geht rund um die Mittagszeit Efe zur Hand. Der hat die Ideen für sein Essen auf Reisen gesammelt. Etwa in Beirut, wo mediterranes Lebensgefühl auf eine vielfältige Einwohnerschaft und Urbanität trifft. Das Lebensgefühl ist auch ein Grund, warum der Frankfurter Efe sein Café in Offenbach aufgemacht hat. So gäbe es in der Ludwigstraße zum Beispiel keine Beschwerden von Nachbarn, wenn es mal lauter wird, alles sei einfach etwas weniger steif, und auch die Besucher seines Cafés sehr entspannt. Und die Behörden hätten ihm sehr beim Papierkram geholfen: „Die haben mich an die Hand genommen, das war wie ein Spaziergang“, sagt der Cafébetreiber und ergänzt: „Ich feiere die Stadt sehr“.  Er hofft, dass angesichts der Veränderungen im Nordend die Mieten im Quartier nicht zu sehr steigen und möchte den Leuten mit seinem Café einfach ein schönes Wohnzimmer bieten.

Hinweis: Weil er missverständlich war, wurde ein Teil des Textes vom Autor geändert.

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