Jörg Muthorst ist Redakteur der Frankfurter Rundschau.
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Jörg Muthorst ist Redakteur der Frankfurter Rundschau.

Kommentar

Neuer Weg der Beteiligung

Der Umbau des Stadthofs ist ein großer Schritt hin zu einer Beteiligungskultur der Bürger, findet Jörg Muthorst. Jetzt sollten die Politiker die Ideen der Offenbacher nicht ausbremsen.

Von Jörg Muthorst

Bei Stadtplanern verhält es sich mitunter wie bei Pädagogen: Erst einmal gibt es einen großen methodisch-theoretischen Überbau und viele tiefschürfende Analysen. Das Ergebnis ist dann aber nicht immer greifbar.

Auch die Städtebauförderung "Aktive Innenstadt" mit ihren von oben festgezurrten Planungsabläufen kommt ein wenig theorielastig daher. Doch die mit Hilfe vieler Akteure aus dem gesellschaftlichen Leben skizzierten Handlungsansätze sind erfreulich konkret und lassen für die Nachhaltigkeit dieser neuen Form der Stadtentwicklung hoffen.

Das Gute daran ist die Prozesshaftigkeit. Offenbach geht hier nach ersten Schritten am Wilhelmsplatz bei der Entwicklung einer Beteiligungskultur ein großes Stück weiter. Die Bürgerschaft darf selbst initiativ werden und kann aktiv in die Stadtplanung eingreifen, um ihre Stadt attraktiver zu machen.

Wichtig ist, mit einem aussagekräftigen Vorzeigeprojekt zu starten, um die Bedeutung des Programms zu veranschaulichen. Und ebenfalls gilt es, nach dem verheißungsvollen Auftakt die Akteure bei der Stange zu halten, damit sie sich auch weiterhin mit ihrer Stadt auseinandersetzen.

All das ist ein spannender Prozess, auch, weil hier die oft getrennt operierenden Ebenen von bürgerschaftlichem Engagement, Stadtverwaltung und Politik zueinander geführt werden. Offenbachs Kommunalpolitikern als Kontrolleuren und Entscheidungsträgern ist zu wünschen, trotz Haushaltszwängen die Zügel nicht zu straff zu halten und die Einsatzbereitschaft und den Ideenreichtum der Bürger nicht auszubremsen.

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