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Gunter Demnig ist unermüdlich bei der Verlegung seiner Stolpersteine - hier 2018 in Rodgau-Weißkirchen. Auch in Offenbach war er schon viele Male.

Offenbach

Neue Stolpersteine

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Corona hat den Terminkalender des Künstlers Gunter Demnig durcheinandergebracht. Also verlegt die Geschichtswerkstatt Offenbach ausnahmsweise die Mahnmale selbst.

Der Künstler Gunter Demnig kommt normalerweise persönlich und verlegt europaweit seit vielen Jahren seine „Stolpersteine“, die vor den früheren Wohnhäusern auf das Schicksal verschleppter und ermordeter Juden aufmerksam machen. In Offenbach sollten im Mai elf neue Steine künftig an die Familien Schwarzwald und Stern erinnern, doch wegen der Corona-Pandemie musste Demnig den Termin absagen.

Weil der Künstler für das restliche Jahr bereits ausgebucht ist, verlegt die Geschichtswerkstatt Offenbach deshalb am Donnerstag, 20. August, die elf Stolpersteine selbst - dann werden es 190 in Offenbach sein.

Acht Steine erinnern vor der Großen Marktstraße 15 oder 17 an die Familie Schwarzwald, von denen drei Familienmitglieder in Lagern und einer Tötungsanstalt ermordet wurden; zwei befreiten die Amerikaner im KZ Buchenwald, drei konnten noch rechtzeitig emigrieren.

An drei Mitglieder der jüdischen Familie Stern wird vor dem Haus Löwenstraße 5 erinnert. Der Familienvater, Vorstandsmitglied in der Lederwarenfirma Mayer und Sohn, nahm sich nach der Arisierung der Firma das Leben. Seine Frau und sein Sohn flohen in die USA.

Verlegt werden die Stolpersteine mit musikalischer Begleitung des Duos „Femvolk“ um 10 Uhr in der Großen Marktstraße und etwa eine halbe Stunde später in der Löwenstraße.

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