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Neue Ebene für das Museumsdepot

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Von: Madeleine Reckmann

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Die neue Stahlkonstruktion soll die Raumnot im Haus der Stadtgeschichte lindern.
Die neue Stahlkonstruktion soll die Raumnot im Haus der Stadtgeschichte lindern. © Andreas Arnold

Mehr Platz für das Haus der Stadtgeschichte: Die neue Ebene markiert den Beginn der Erweiterung von Lager und Ausstellungsräumen. Bis zur Umstrukturierung dürfen Künstler der Kunstfabrik Mato sich dort präsentieren.

Blaue Stahlkonstruktion, belegt mit Holzfaserplatten, 90 Quadratmeter groß, einige Meter über dem Boden – noch ist die neue zweite Ebene im Depot des Hauses der Stadtgeschichte leer. 32 Grafikschränke, eine Standuhr, Fahrräder, Kinosessel, Löwenreliefs vom Rumpenheimer Schloss und allerlei anderen Kram haben die städtischen Mitarbeiter beiseite geräumt, damit die neue Konstruktion Platz hat. Später sollen Regale darauf stehen, die allerlei Volkskundliches fassen: Haushaltsgegenstände, Pokale, Orden, Fahnen, Spielzeug. 300 Kilo pro Quadratmeter kann die Brücke tragen. Untendrunter bleibt Raum für weitere Schränke. Der Platzmangel des Museums soll endlich ein Ende haben.

„Das Depot ist die Zukunft des Museums“, sagt Kurator Marcus Frings. Denn dort lagern die Gegenstände, die später einmal ausgestellt werden. Die Bühne helfe, das reichhaltige Archivmaterial zugänglich zu machen. 10.000 Objekte lagern im Depot des Hauses der Stadtgeschichte und können nicht gezeigt werden.

Die neue Ebene markiert den Beginn der Erweiterung von Lager und Ausstellungsräumen. Ende des Jahres erhält das Haus der Stadtgeschichte noch die im zweiten Stock des Bernardbaus liegenden früheren Räume der Bildstelle, die nach Dietzenbach umgezogen ist. Auf der 300 Quadratmeter großen Fläche sollen ein Ausstellungssaal, ein Grafikstudiensaal, ein Depot für die Grafiksammlung, die auch Werke von Ernst Barlach und Lovis Corinth beinhaltet, und Büros entstehen. Das Gerüst kostete 39.000 Euro, 11.000 Euro davon trägt das Land.

Damit die Ebene bis zur Umstrukturierung kein toter Raum bleibt, erhalten Künstler der Kunstfabrik Mato die Gelegenheit, sich dort zu präsentieren. Eine Gruppe um Eva Moll und Jos Diegel (Giorgio Capogrossi, Christoph von Löw, Ruth Luxenhofer, Mirek Macke, Charlotte Malcolm-Smith und Samira Ramic) zeigen am Sonntag, 10. Oktober, von 15 Uhr bis in den Abend hinein die Installation „Das Gute von gestern“. Die Bürger können an diesem Tag und in den darauffolgenden Wochen das Depot besuchen.

„Das wird keine normale Ausstellung, die Kunstwerke an weißen Wänden oder auf Sockeln zeigt“, kündigt Jos Diegel die Pläne der Gruppe an, „die Installation wird experimentell und temporär.“ Geschichte soll in einem neuen Kontext gebracht werden. Die Gegenstände des Magazins im Haus der Stadtgeschichte werden wohl eine Rolle spielen.

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