Im Strandbad steht der FKK-Bereich den Nudisten ab Freitag zumindest in Teilen wieder zur Verfügung.
+
Im Strandbad steht der FKK-Bereich den Nudisten ab Freitag zumindest in Teilen wieder zur Verfügung.

Rodgau

Nackt in den Rodgauer See

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
    schließen

Die Landesregierung hat die Berechnungsgrundlage für Höchstbesucherzahlen in Schwimmbädern geändert. Ab Freitag ist damit am Rodgauer Badesee wieder FKK möglich.

Der Bekleidungszwang am Rodgauer Badesee ist aufgehoben. Von Freitag, 17. Juli, an sind Badegäste wieder „oben und unten ohne“ willkommen. Der FKK-Strand, der vier Wochen lang zum Textilbereich umgewidmet worden war, steht den Nudisten aber nicht komplett, sondern nur zum Teil zur Verfügung.

Die Anhänger der Freikörperkultur waren in den vergangenen Wochen Sturm dagegen gelaufen, dass die Stadt sie am Rodgauer Badesee aussperrte. Nun profitieren sie davon, dass die Hessische Landesregierung am 6. Juli die Corona-Kontaktbeschränkungsverordnung aktualisiert hat. Damit ist jetzt alle drei Quadratmeter ein Badegast erlaubt; bisher galt die Fünf-Quadratmeter-Regelung.

5500 Besucher haben jetzt Zugang zum Strandbad im Stadtteil Nieder-Roden – das sind 2000 mehr als bisher. Die Stadt lässt deshalb bis zu 1000 FKK-Gäste zu, die sich ihren Platz online über das Ticketsystem auf der städtischen Website buchen können.

Wie Strandbad-Betriebsleiter Thomas Dursun erklärt, bleibt der FKK-Strand zu zwei Dritteln den Gästen in Badehose, Badeanzug oder Bikini vorbehalten, das hintere Drittel dürfen die Nudisten für sich beanspruchen. „Wir stellen einen Bauzaun als Sichtschutz auf“, sagt Dursun. Das heißt für die FKKler: Sie müssen sich bekleiden, wenn sie Dusche oder Toilette nutzen wollen. Die Sanitäranlagen liegen nämlich genauso wie der Getränkewagen im vorderen Bereich.

Viele Besucher mit Kinderwagen oder Rollator taten sich in den vergangenen Wochen schwer, den höher gelegenen Ausgang an den Volleyballfeldern zu erreichen. Die Stadt hat den Ausgang deshalb wieder dorthin verlegt, wo auch der Eingang ist. Ein Volleyballplatz im Textilbereich, der als Liegewiese diente, kann nun wieder bespielt werden.

Sieben uneinsichtige Jugendliche, die es nicht akzeptieren wollten, dass sich auf jeder Badeinsel nur zwei Personen aufhalten durften, wurden mit Hausverboten belegt. Sie waren als Gruppe von einer Badeinsel verscheucht worden und hatten kurz darauf eine andere belagert. „Das Hausverbot gilt befristet für drei Wochen“, sagt Dursun. Ein entsprechendes Schreiben ging auch an die Eltern der Jugendlichen. „Wenn sie danach nochmals auffallen, wird das Hausverbot für die gesamte Saison verhängt.“

Die Badeinseln sind in der Corona-Zeit nur zum kurzen Ausruhen gedacht. „Leider haben sich Badegäste auch länger dort hingelegt“, sagt der Betriebsleiter. Deshalb wurden Schilder „Ponton vorübergehend gesperrt“ angeschafft, die an die Zugangsleitern angehängt werden können. Ab Freitag dürfen sich auf den kleinen Badeinseln nun fünf Schwimmer aufhalten. Ein Ponton vor dem FKK-Strand bleibt allein den Nudisten vorbehalten.

„Wir appellieren an die Vernunft der Menschen“, sagt Dursun. Die Disziplin mancher Badegäste ließ in den vergangenen Wochen allerdings zu wünschen übrig. „Wir machen regelmäßig Durchsagen, in denen wir auf die Abstandsregeln hinweisen“, sagt Dursun. Er selbst könne aber nicht „wie ein Erzieher hinter jedem herlaufen“, und die DLRG müsse aufpassen, dass keiner untergeht.

Kommentare