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Rückansicht des Neubaugebiets „Gustavshöfe“ in der Gustav-Adolf-Straße 42 in Offenbach. Monika Müller
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Rückansicht des Neubaugebiets „Gustavshöfe“ in der Gustav-Adolf-Straße 42 in Offenbach. Monika Müller

Offenbach

Nachhaltiges Bauprojekt in Offenbach nutzt Ton

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Im Quartier „Gustavhof“ haben die Architekten auf eine Bauweise aus der Denkmalpflege gesetzt. Die 70 Wohnungen werden in den kommenden Wochen bezogen.

Die weißen Umrahmungen der Fenster stechen sofort ins Auge. Die sogenannten Faschen, sagt Architekt Hendrik Tovar, „leiten sich aus der gründerzeitlichen Bebauung des Senefelder-Quartiers ab“. Es ist das verbindene Element der sechs Wohngebäude, die im November in der Gustav-Adolf-Straße fertiggestellt wurden. Die 70 Wohnungen, davon acht öffentlich gefördert, werden nach zweijähriger Bauzeit demnächst bezogen. 22,5 Millionen Euro hat das Projekt „Gustavhof“ der Nassauischen Heimstätte gekostet. Die Mieten liegen zwischen 6,90 Euro pro Quadratmeter im geförderten und zwölf Euro im frei finanzierten Segment.

Das Projekt hat das NaWoh-Qualitätssiegel bekommen. NaWoh steht für nachhaltiges Wohnen. „Wir haben auf eine Bauweise zurückgegriffen, die aus der Denkmalpflege kommt“, erklärt Hendrik Tovar von FFM-Architekten Tovar + Tovar Part GmbB, die das Projekt realisiert haben. Sie verwendeten einen roten, hoch wärmedämmenden Tonstein, den sie mit einer mineralischen Dämmwolle befüllten. Eine weitere Dämmung mit Styropor oder ähnlichem Material sei somit nicht mehr nötig gewesen. Die Steine wurden anschließend mit einem Dämmputz versehen. „Das ist sehr reparaturfreundlich“, sagt Tovar. „Wir glauben, dass diese Bauweise mehr gewürdigt werden sollte.“

Ein weiterer Vorteil dieses Vorgehens ist, dass die Wände durch den Tonbaustein mehr Feuchtigkeit von innen aufnehmen können und ihn zeitversetzt wieder abgeben. Wenn die Sonne auf die Fassade scheint kann diese schneller austrocknen, was Schimmel verhindert.

Trotz der Coronavirus-Pandemie ist es zu keiner Verzögerung gekommen. Einzig der Offenbacher Baugrund hat den Architekten Kopfzerbrechen bereitet. „An einer Stelle war es in zwei Metern Tiefe ganz trocken. An einer anderen stand nach eineinhalb Metern bereits das Wasser“, berichtet Tovar. Außerdem mussten die Baumaterialien und Baugeräte durch ein Nadelöhr in der Gustav-Adolf-Straße 42 in den Hof gebracht werden.

Die Wohnungsgrößen variieren zwischen 37 und 105 Quadratmetern. Den größten Anteil machen die Zweieinhalb- und Dreizimmerwohnungen aus. Dazu kommen 20 Wohnungen mit dreieinhalb bis vier Zimmern, 15 Wohnungen mit zwei Zimmern sowie sechs Einzimmerwohnungen. 24 Wohnungen wurden barrierefrei gebaut. Hinzu kommen 48 oberirdische Stellplätze und ein kleiner Sandkasten. Außerdem konnten die 50 bis 60 Jahre alten Bäume auf dem Gelände erhalten bleiben.

Zwei der Häuser sind im Maisonettestil gebaut. Dadurch sind die Wohnräume im Obergeschoss größer. „Uns ging es vor allem darum, unterschiedliche Wohnungsformen anzubieten“, sagt Tovar. Auch die Ausstattung variiert zwischen ebenerdigen Duschen und Badewannen in den Bädern sowie Wohnküchen und separaten Küchen.

Die Farbtöne der Häuser, backstein- und putzfarben, kommen aus der Zeit der gründerzeitlichen Bebauung. Áls eigener Akzent der Architekten kamen ein blauer und ein gelber Ton hinzu. „Wir fanden es toll, in dem Innenhof eine Art Farbstimmung zu erzeugen“, sagt Tovar. Das verbindene Glied aller Häuser seien aber die weißen Geländer an den Balkonen – und natürlich die weißen Faschen.

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