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Zum Schluss der Eintrag in den Impfpass. (Bild: Michael Schick)
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Zum Schluss der Eintrag in den Impfpass.

Offenbach

„Müssen sehen, wie gut die Impfung wirkt“

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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Ist das Schlimmste schon vorbei? So beurteilt der Leiter des Offenbacher Gesundheitsamtes die Lage in Altenheimen.

650 Menschen wurden in Pflegeeinrichtungen bisher von mobilen Teams geimpft, teilt die Stadt Offenbach mit. Auch in Krankenhäusern haben Impfungen begonnen. Das Impfzentrum in der Stadthalle soll laut Landesregierung am 9. Februar öffnen.

Herr Bornhofen, wie haben Sie die letzten Wochen erlebt?

Die Zeit war von viel Unsicherheit geprägt. Weil zum Beispiel nach Weihnachten weniger getestet wurde und viele Labore nicht gearbeitet haben, war uns lange nicht klar, in welche Richtung sich die Fallzahlen entwickeln.

Hat die hohe Zahl der Toten Sie überrascht?

Ehrlich gesagt, ja.

Ist in den Altenheimen das Schlimmste schon überstanden?

Das zu beantworten, finde ich schwierig. Wir haben schon viele Menschen in den Heimen geimpft, müssen jetzt aber sehen, wie gut und wie schnell die Impfung wirkt – das Immunsystem reagiert bei Älteren langsamer. Mein Verstand sagt, wir haben das Schlimmste überstanden. Aber wir sind noch mittendrin und halten die Luft an, bis alle zweimal geimpft sind.

Wie viele Infektionen können Sie zurückverfolgen?

Das können wir in etwas mehr als der Hälfte der Fälle. In Heimen ist die Zurückverfolgung von Kontakten noch besser möglich. Auch die gesunkenen Fallzahlen erleichtern uns die Arbeit.

Wie kommt die Krankheit in die Einrichtungen?

Zum Beispiel durch Besuch, dieses Risiko konnten wir durch verpflichtende Tests praktisch ausschließen. Manche haben sich im Krankenhaus infiziert, weil sie sich ein Zimmer teilen mussten. Und dann ist da noch das Risiko durch das Personal.“

Die Landesregierung gibt vor, dass ab Samstag die Beschäftigten zweimal pro Woche getestet werden. Auch das bietet keine vollständige Sicherheit. Wäre es machbar, die Beschäftigten täglich zu testen?

Eine Voraussetzung dafür wäre, dass es ausreichend Personal dafür gibt. In den nächsten drei Wochen können wir unsre Altenheime in Offenbach mit zusätzlichem Bundeswehrpersonal beim Testen unterstützen. Und dann ist da noch die Kostenfrage. Heime können nur einen Teil der Schnelltests refinanzieren. Wenn sie jeden Tag testen würden, müssten sie das selbst bezahlen.

Wie läuft eine Impfung im Pflegeheim ab?

Zuerst stellt ein Vorauskommando vor Ort sicher, dass organisatorisch alles klappt. Die schauen zum Beispiel, ob es genügend Räume gibt und Betten, falls mal jemandem schwindelig werden sollte. Dann folgt das Impfteam. Der Impfstoff lagert in der Stadthalle bei minus 70 Grad. Einzelne Flaschen werden aufgetaut, vor Ort mit Kochsalzlösung gemischt und in die Spritzen gefüllt. Das wird alles dokumentiert, dann geht es los.

Wie viel Impfstoff haben Sie bekommen?

Besonders am Anfang war das wenig, nur etwa elf Flaschen mit jeweils fünf bis sechs Impfdosen, und das auch nicht jeden Tag. Wir haben bisher immer alles verbraucht. Wenn Menschen zum Beispiel wegen eines Infekts doch nicht geimpft werden konnten, haben wir den übrigen Stoff genutzt, um das Team zu impfen. Sonst hätten wir ihn wegwerfen müssen.

Wie haben die Menschen den Impfstoff von Biontech bisher vertragen? Bisher alle sehr gut, auch bei der zweiten Impfung. Auch deshalb wollen sich jetzt manche impfen lassen, die bei unserem ersten Besuch skeptisch waren. Bei den Pflegekräften ist die Impfbereitschaft generell niedriger. Wenn die Leitung des Heims dahinter steht, hilft das.

Interview: Jonas Nonnenmann

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