Offenbach

„Meist Privatleute mit sozialer Ader“

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
    schließen

Immobilienmakler Klaus-Peter Veidt über die Vermieter, die mit der Carijob zusammenarbeiten

Klaus-Peter Veidt ist Immobilienmakler in Offenbach. Der 58-Jährige arbeitet mit der Carijob zusammen, um Menschen, die alleine keine passende Bleibe finden, zu helfen.

Herr Veidt, Sie sind ein Immobilienmakler, der dafür bekannt ist, unter anderen auch Menschen, die ansonsten Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt haben, eine Wohnung zu vermitteln? Wie viele sind das?
Im Jahr etwa 30 bis 35 Wohnungen in Offenbach und im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern um Offenbach herum. Es könnten mehr sein, wenn es die Wohnungen gäbe. Ich bekomme täglich 20 Anfragen von Leuten, die Schwierigkeiten haben, alleine eine Wohnung zu finden. Die suchen monatelang.

Was sind das für Leute?
Das sind Rumänen, Bulgaren, Flüchtlinge, aber darunter sind auch deutsche Hartz-IV-Empfänger, die Pech im Leben hatten: die beispielsweise krank wurden, die Firma hat geschlossen, solche Sachen.

Wie schaffen Sie das, die Vermieter für solche Mieter zu gewinnen?
Zu meiner Arbeit gehört, dass ich Expertisen schreibe über die Mieterstruktur im Haus, über die Beschaffenheit der Wohnung, der Lage und so weiter. Mit den Eigentümern spreche ich darüber, ob die Wohnung für Ältere geeignet ist, ob Haustiere zugelassen sind und welche Mieter sie sich so vorstellen. Ich kann doch nicht eine afghanische Familie auf Verdacht zu irgendwelchen Eigentümern schicken. Eigentümer und Mieter sollen sich ja wohlfühlen, also muss im Vorfeld gesprochen werden. Das erspart mir ja Arbeit. Außerdem funktioniert das nur, weil die Fallmanager von Carijob da sind.

Inwiefern?
Die Fallmanager rufen mich an und schildern genau, welche Art Wohnung gebraucht wird: etwa für eine kinderreiche Familie. Sie helfen, die Mieter einzuweisen, die Mülltrennung zu erklären oder was erlaubt ist und was nicht. Neulich haben Leute aus Afghanistan gefragt, ob sie Ziegen auf dem Balkon halten dürfen. Die Fallmanager sind auch die Ansprechpartner für die Vermieter, wenn was mal nicht klappt. Das ist sehr wichtig. Ohne die Fallmanager würde das nicht gut funktionieren.

Was sind das denn für Eigentümer?
Ganz unterschiedliche Leute, da gibt es keine Schublade. Oft Deutsche, die einen Beitrag leisten möchten, die Flüchtlinge unterzubringen. Das sind hauptsächlich Privatleute mit sozialer Ader.

Verlangen die Vermieter dann weniger Miete?
Ja, das Jobcenter zahlt ja nur einen bestimmten Satz. Dafür kriegen Sie kaum noch Wohnungen. Die Eigentümer nehmen in Kauf, dass sie geringere Renditen haben.

Interview: Madeleine Reckmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare