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Der Eingangsbereich der Mathildenschule  an der Mathildenstrasse. Im Osten (Bildmitte) soll der Neubau entstehen.
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Der Eingangsbereich der Mathildenschule an der Mathildenstrasse. Im Osten (Bildmitte) soll der Neubau entstehen.

Offenbach

Mathildenschule erhält Neubau

  • Agnes Schönberger
    VonAgnes Schönberger
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Die Mathildenschule in Offenbach wird für mehr als 20 Millionen Euro saniert und erweitert. Baubeginn soll 2018 sein.

Die Mathildenschule, am östlichen Rand der Innenstadt gelegen, wird für mehr als 20 Millionen Euro saniert und erweitert. Dies hat der Magistrat beschlossen und einen entsprechenden Antrag für die Stadtverordnetensitzung am 24. August vorgelegt. Die Kommunalpolitiker werden allerdings noch keinen Projektbeschluss fassen, sondern sie müssen sich zunächst für eine von vier Varianten entscheiden, damit das Stadtplanungsamt mit der vertiefenden Planung beginnen kann. Baubeginn soll 2018 sein, die Fertigstellung könnte sich je nach Variante bis 2024 hinziehen. 

Die Mathildenschule gehört neben der Geschwister-Scholl- und der Edith-Stein-Schule zu den wenigen Schulen in Offenbach, an denen nach dem Kassensturz des Kämmerers im Juni dieses Jahres in absehbarer Zeit Generalsanierungen und Erweiterungen in Angriff genommen werden. An der Käthe-Kollwitz-Schule wurde im Juni mit Sanierungs- und Umbauarbeiten begonnen. Auch die Fröbelschule zählt zu den Auserwählten. Ihren Neubau soll, so die Koalition die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO) errichten und bewirtschaften, die Kommune wäre nur Mieterin. 

114 Millionen Euro bis 2020 in Schulen investieren

Bis 2020 will die Stadt 114 Millionen Euro in ihre Schulen investieren. Das klingt nach viel Geld, aber es reicht gerade einmal für die genannten Schulen. Neun weitere, deren Komplettsanierung 2018/2019 beginnen sollte, wurden dagegen auf das Jahr 2021 und später vertröstet. Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) sprach bei einer Pressekonferenz von einem Beschluss, den die Mathildenschule „lange herbeigesehnt“ habe. Schließlich habe es schon 2004 Überlegungen für einen Neubau gegeben. Diese Pläne hätten sich aber zerschlagen.  Schneider sprach von einer „wichtigen Innenstadtschule“, die für die Integration der Schüler Bedeutendes leiste. Die Schule liegt im Mathildenviertel, einem Quartier mit einem hohen Anteil an Zuwanderern. 

Auch Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) betonte, die Schule arbeite auf einem nicht immer ganz leichten Feld, die Fluktuation sei sehr hoch. Deshalb sei es richtig, „dass sie nun endlich drankommt“. Weiß wies aber auch darauf hin, dass Sanierung und Erweiterung mit mindestens 21 Millionen Euro doppelt so teuer sind als 2014 vorhergesagt. Aus dem Kommunal-investitionsprogramm erwartet die Stadt 5,1 Millionen Euro. 

Zu der Kostensteigerung haben Weiß zufolge die Erhöhung der Grundschule von einer Vier- auf eine Fünfzügigkeit, mit der man auf das enorme Bevölkerungswachstum reagiere, sowie neue Räume für Intensivklassen, weitere Hausaufgaben- und Gruppenräume sowie ein Begegnungs- und Freizeitbereich geführt. „Außerdem gehen die Baupreise ziemlich durch die Decke“, sagte der Dezernent. 

Nach Angaben von Anna Heep vom städtischen Hochbaumanagement favorisiert das Planungsamt eine Variante, die einen Neubau im östlichen Teil des Schulhofs im Anschluss an das Bestandsgebäude vorsieht. Dieser Entwurf habe mehrere Vorzüge: Er sei mit 21,1 Millionen Euro der kostengünstigste und mit vier Jahren Bauzeit am schnellsten zu realisieren. Zudem setze er an der Kreuzung Mathildenstraße und Mühlheimer Straße, einer wichtigen Verkehrsachse durch die Innenstadt, ein markantes Zeichen. Auch der Magistrat favorisiert diese Lösung. 

Die Schulkonferenz hatte sich für einen freischwebenden Neubau über dem Betondrachen auf dem Pausenhof ausgesprochen, um Primar- und Sekundarstufe räumlich trennen zu können. Zudem wurde befürchtet, dass bei der Vorzugsvariante Straßenlärm einen geregelten Unterricht unmöglich machen könnte. Diese Sorge ist laut Heep unbegründet, da Neubau und auch das Altgebäude Fenster mit Dreifachverglasung erhielten. 

Die Mathildenschule besteht aus drei Gebäuden: dem dreigeschossigen Haupthaus, einer Dreifachsporthalle und einer Nebenstelle in etwa 150 Metern Entfernung. Für das Schulgrundstück gibt es keinen Bebauungsplan, das Projekt soll deshalb nach Paragraph 34 Baugesetzbuch beurteilt werden. Heep zufolge sind dort maximal sechs Stockwerke denkbar. Die Varianten sehen fünf bis sechs Geschosse vor. 

Eine Aufstockung des Hauptgebäudes wurde nicht untersucht, weil der Baugrund dies nicht zulässt. Er besteht aus Rupelton, der Feuchtigkeit braucht, um sein Volumen zu halten. Bei andauernder Hitze oder Regenwetter schrumpft oder dehnt er sich, was zu Setzungen und Verformungen führte, so dass sich Türen und Fenster nicht mehr öffnen ließen. Seit einer aufwendigen Ertüchtigung der Fundamente vor zehn Jahren herrsche allerdings Ruhe, sagte Heep. 

Die vierte Variante sah eine Nachverdichtung im Bestand vor, sie wäre mit 23,2 Millionen Euro am teuersten gewesen. Auch die Realisierung der Vorzugsvariante in zwei Bauabschnitten wurde verworfen, weil dies ebenfalls zu höheren Kosten und Verzögerungen geführt hätte. 

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