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Mangelnde Kontrolle

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Von: Sigrid Aldehoff

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Impression vom Mission Olympic Aktionstag in der Offenbacher Innenstadt.
Impression vom Mission Olympic Aktionstag in der Offenbacher Innenstadt. © Rolf Oeser

Die Kosten für Mission Olympic sind völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Verantwortung ist nicht alleine beim Sportamtsleiter zu suchen, findet unsere Autorin.

Die Kosten für Mission Olympic sind völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Verantwortung ist nicht alleine beim Sportamtsleiter zu suchen, findet unsere Autorin.

Es war eine lustige Idee, die das Image Offenbachs und die Kooperation zwischen Verwaltung, Vereinen und Bevölkerung verbessern sollte. Nun ist die von vielen Bürgern und Ehrenamtlichen mitgetragene Veranstaltung Mission Olympic zu einem weiteren Debakel für die ohnehin schon arg gebeutelte Stadt geworden. Statt am Ende 50 000 Euro für den Breitensport ergattern zu können, bleiben 280 000 Euro Defizit für die Stadtkasse. Welcher Sponsor will da künftig noch ein paar tausend Euro für städtische Veranstaltungen geben, wenn das Geld in solchem Maßstab rausgehauen wird?

Man kann nur fassungslos auf die bisher veröffentlichten Zahlen schauen: Unter anderem 170 000 Euro wurden für Infrastruktur, Sicherheit und Strom ausgegeben. Bocholt verfügt ebenfalls über Elektrizität und hat für seine Beteiligung an dem Wettbewerb gerade mal 12 000 Euro Zuschuss insgesamt aus der Stadtkasse gebraucht.

Rätselhafte Agenturanwerbung

Rätselhaft ist auch, warum für 50 000 Euro eine Agentur beauftragt wurde. Im Rathaus gibt es eine erfahrene Stadtinformationsgesellschaft, die jährlich das Mainuferfest und das Lichterfest für zusammen gerade mal 50 000 Euro organisiert – inklusive Stromkosten.

Das Fazit der Veranstaltung ist nicht nur eine Katastrophe für die Außenwirkung der Stadt, sondern auch verwaltungsintern: Jeder Amtsleiter in der unter dem Schutzschirm darbenden Stadt muss Einschnitte jenseits der Schmerzgrenze vornehmen, während das Sportamt mehr als eine Viertelmillion Euro für ein einmaliges Ereignis ausgibt.

Die Verantwortung allein beim Sportamtsleiter zu suchen, der offenbar seine Kompetenzen weit überschritten und den Magistrat nicht rechtzeitig über die ausufernden Kosten informiert hat, wäre zu einfach. Denn offenbar leistet es sich Offenbach, jenseits der Nachfragen keine ausreichenden Kontrollmechanismen für solche Fälle zu haben.

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