Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Felix Schwenke (Mitte) führte das SPD-Team als Spitzenkandidat im Wahlkampf an.
+
Felix Schwenke (Mitte) führte das SPD-Team als Spitzenkandidat im Wahlkampf an.

Kommunalwahl

„Malu-Dreyer-Effekt“ in Offenbach

Die SPD trotzt in Offenbach dem Bundestrend dank Oberbürgermeister Felix Schwenke - auch wenn die Partei sagt, es habe am starken Team und den Themen gelegen.

Für Oliver Stirböck war der Grund für das gute Ergebnis der Offenbacher SPD bei der Kommunalwahl klar: „Es war nicht die bunte Liste, die den Erfolg gebracht hat, sondern es ist ein ganz klarer Erfolg von Oberbürgermeister Felix Schwenke“, sagte der Offenbacher FPD-Kreisvorsitzende. „Wir haben eine Art Malu-Dreyer-Effekt erlebt.“ Mit seinem Vergleich zur rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin traf Stirböck den Nagel ziemlich genau auf den Kopf.

Obwohl der Bundestrend gegen die SPD sprach und die Partei in anderen hessischen Großstädten klare Wahlschlappen erlitten hat, hat sie in Offenbach laut dem Trendergebnis sogar 1,3 Prozentpunkte gewonnen. Mit 26,1 Prozent landeten die Sozialdemokraten vor der CDU (18,8 Prozent) und den Grünen (18,6). Ein vorläufiges Endergebnis soll am Dienstag vorliegen, wenn auch die kumulierten und panaschierten Stimmen gezählt sind. Das waren immerhin 53 Prozent der 33 721 abgegebenen Wahlzettel. Zwar besteht da noch eine Menge Spielraum nach oben und nach unten, aber am Wahlsieg der SPD dürfte das nichts ändern.

Felix Schwenke war von seiner Partei als Spitzenkandidat für die Wahl aufgestellt worden, obwohl klar war, dass er nicht das Amt des Oberbürgermeisters niederlegen würde. Gerade in Corona-Zeiten, wo sich die Kandidatinnen und Kandidaten nicht persönlich den Wähler:innen vorstellen konnten, half der OB als bekanntestes Gesicht der Stadt der SPD, auch wenn er sich nicht aktiv in den Wahlkampf eingemischt hat. Im Vorfeld der Wahl war Schwenkes Nominierung vor allem von der CDU immer wieder mit spitzen Bemerkungen kommentiert worden.

„Die Strategie von Teilen der Tansania-Koalition, den Oberbürgermeister auszugrenzen, hat ein Stück weit dazu geführt, dass es dem OB geglückt ist, als jemand dazustehen, der über den Parteien agiert“, analysierte Stirböck, dessen Partei selbst Teil der Koalition aus CDU, Grünen und Freien Wählern war.

Suche nach neuer Koalition

Der SPD-Parteivorsitzende Christian Grünewald sah das anders: „Dass wir gegen diesen Trend ankommen, liegt an diesem Team dessen Teil Felix Schwenke natürlich war und an unseren Themensetzungen.“ In der wachsenden Kommune seien in Umfragen Mobilität und Wohnen die entscheidenden Themen. Die SPD glaubt, die richtigen Antworten zu haben. „Es braucht eine Koalition, die den OB besser unterstützt“, so Grünewald.

Wie eine solche Koalition aussehen kann, ist Stand heute allerdings noch völlig offen. Zwar kommt die Tansania-Koalition aktuell nur noch auf 34 der 36 benötigten Sitze für eine Mehrheit in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung. Aber durch das Kumulieren und Panaschieren könnte es noch einige Verschiebungen geben. 2016 war die SPD, obwohl sie stärkste Kraft war, zu überheblich in die Koalitionsgespräche gegangen und landete am Ende in der Opposition. „Wir haben Demut vor dem, was noch kommt“, betonte Grünewald.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare