Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jonathan Tesfai arbeitet konzentriert.
+
Jonathan Tesfai arbeitet konzentriert.

Förderung für Jugendliche

Mit Malerei zur Ausbildung

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
    schließen

Die gemeinnützige Joblinge AG hilft jungen Menschen bei der Orientierung im Berufsleben. Dazu gehört auch ein Workshop mit dem Kunstverein. Die Chancen der Absolventen sind inzwischen recht gut.

Die gebogenen Ruten müssen ein festes Gerüst ergeben und die Schnüre festgezurrt sein, sonst hält der Schild später nicht. „Wir sammeln hier Erfahrungen mit Kunst“, sagt Salva Paladino und pinselt versonnen Kleber auf die Schnüre, damit sie halten. „Eigentlich würde ich ja lieber Fußball spielen, aber im Bilder beschreiben, da bin ich echt gut.“

Der 21-Jährige gehört zu den 17 Teilnehmern eines Kurses der gemeinnützigen Joblinge AG, die eigentlich auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Der Workshop beim Offenbacher Kunstverein im Ausstellungssaal des früheren IHK-Hauses ist Teil ihrer Orientierungsphase für einen späteren Beruf. „Die Joblinge helfen uns, eine Ausbildung zu finden, und die Chancen sind gut“, sagt Hamza Koctürk, 20. Die viertätige Begegnung mit Kunst ist ein fester Baustein des Projekts. Die Entwürfe, wie sie ihr eigenes Schild später gestalten, lehnen an der Wand. Eine Stadtansicht ist darunter, auch abstrakte Malerei.

Konstanz und Pünktlichkeit

„Selbst wenn jemand kein Interesse an Kunst hat, er muss das durchziehen können. In einer Ausbildung muss man auch Dinge tun, die mal keinen Spaß machen“, erklärt Miroslaw Kania, Unternehmenskoordinator bei den Joblingen. Im Grunde sei das Konzept wirtschaftlich orientiert. Die Teilnehmer müssten Konstanz, Pünktlichkeit und Motivation beweisen.

Sie müssen sich sogar für den Kurs qualifizieren. Zwei Tage Anstreicherarbeiten im Obdachlosenheim der Diakonie und im Tierheim haben Hamza, Salva und die anderen schon hinter sich. Wer das nicht schafft, ist draußen. Jetzt sind die jungen Menschen in der sechswöchigen Orientierungsphase, zu der Workshops und Schulungen gehören, in denen sie Bewerbungen schreiben und Vorstellungsgespräche trainieren. Zwei Tage haben sie in das Unternehmen Energieversorgung Offenbach (EVO) hineingeschnuppert.

Dann folgen einige Praktika bei verschiedenen Unternehmen mit Ausbildungsoption. „Die Unternehmen sind froh, dass wir da sind“, sagt Kania, „denn der Fachkräftemangel ist groß“. Die Arbeitgeber hätten das Vertrauen, dass die Joblinge die richtigen Bewerber für das geforderte Profil vermitteln.

Hemmungen abbauen

Die Joblinge sind so erfolgreich, dass sie ihr Netzwerk erweitern möchten. Unternehmen aus dem Kreis Offenbach sollen hinzukommen. Hamza Koctürk ist zu recht optimistisch. 92 Prozent der Teilnehmer können spätestens nach Ende des halbjährigen Kurses eine Ausbildung beginnen. Der Offenbacher Kunstverein ist zum ersten Mal Kooperationspartner. Kania ist begeistert, dass der Termin so kurzfristig möglich war. „Uns kommt das zu Pass, denn wir möchten auf junge Menschen zugehen“, erklärt Ulrike Djelloulli-Della vom Kunstverein. Sie möchte die Hemmungen gegenüber Kunst abbauen und die Ausstellungen am Platz der deutschen Einheit bekannter machen.

Die Künstlerin Sabine Tribeß ist erstaunt, wie gut ihre Kunst verstanden wird. Die Besprechung ihrer abstrakten Werke steht auf dem Stundenplan. „Sie haben meine Emotionen während des Arbeitens nachempfunden“, sagt sie. Ein Gemälde in dunklem Rot habe sie in einem Anflug von Eifersucht gemalt. Die Teilnehmer sagen: „Rot wie die Hölle“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare