Erika Hohmann ist die Offenbacher Märchenfee. Seit zehn Jahren erzählt sie Kindern in Museen, Kindergärten und Schulen Märchen, bei denen die Kleinen spontan als Prinzessin, König oder Zwerg mitmachen dürfen.
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Erika Hohmann ist die Offenbacher Märchenfee. Seit zehn Jahren erzählt sie Kindern in Museen, Kindergärten und Schulen Märchen, bei denen die Kleinen spontan als Prinzessin, König oder Zwerg mitmachen dürfen.

Erika Hohmanns Mitmachtheater

Die Märchenfee

Kofferweise Kostüme schleppt die Offenbacher Erzählerin Erika Hohmann zu ihren Märchenstunden mit - die ganze Familie hilft ihr bei den Inszenierungen, Kostümen und Requisiten.

Von Claudia Wenhardt-Bucci

Am Mainufer hat Erika Hohmann ihren Lieblingsplatz. Dort rezitiert sie Märchen, lernt sie auswendig - denn sie ist die Offenbacher Märchenfee. Seit zehn Jahren erzählt sie Kindern in Museen, Kindergärten und Schulen Märchen, bei denen die Kleinen spontan als Prinzessin, König oder Zwerg mitmachen dürfen.

"Ich will die Kinder mit einbeziehen. Sie sollen sich nicht nur berieseln lassen", sagt die 79-Jährige. Im blau-silbernen Samtkleid und schickem federverzierten Hut erzählt sie den Drei- bis 15-Jährigen die Abenteuer von Schneewittchen, dem kleinen Muck oder Aladin. Knapp 20 Erzählungen von den Brüdern Grimm und Wilhelm Hauff oder aus Tausendundeiner Nacht hat Erika Hohmann im Repertoire.

Etliche Koffer voller Kostüme aus rosa Satin, Tüll und schwerem, handbesticktem Samt schleppt sie zur Märchenstunde mit - denn auch bei Schauspielern machen Kleider Leute. "Viele der Prinzenmäntel hat mein Sohn aus Usbekistan mitgebracht", erzählt Hohmann.

Die anderen Gewänder näht die gelernte Schneidermeisterin selbst. "Für die Kinder ist das toll, wenn sie so ein schönes Kleid anziehen dürfen", sagt sie. Selbst nach zehn Jahren reicht der Fundus nicht, denn die Jungschauspieler werden älter und brauchen größere Kleider.

Viele Kinder sind seit Jahren vom Mitmach-Theater fasziniert und kommen immer wieder. Dafür haben einige erst kürzlich eine Auszeichnung erhalten - den goldenen Hirschen. Die Märchenfee ist nach einem Jahrzehnt begeistert dabei. "Einmal hat mir ein Mädchen den Inhalt ihres Sparschweins geschenkt - 35 Cent", erinnert sie sich lächelnd.

Stolz schwingt mit - immerhin kann sie mit ihren Märchen etwas vermitteln. Den oft grausamen Schluss wandelt sie ab und lässt die Bösen etwas dazulernen. "Grausamkeiten vermeide ich", sagt die Wahl-Offenbacherin. Darüber nachgedacht, wie viel Zeit sie in ihr Hobby investiert, hat sie nicht.

"Mir geht´s gut, wenn ich das mache", freut sie sich. Besonders schön sei es, dass ihre Familie mit von der Partie ist. Tochter, Sohn, Schwiegertochter und der Enkel helfen, wo es geht: Regieeinfälle, Requisiten, Bühnenutensilien, Licht und Ton - eine Aufgabe gibt es bei Märchenfee Erika Hohmann immer: "Denn wir machen das ja alles ehrenamtlich."

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