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Märchen aus Offenbach

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Von: Silvia Bielert

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Bringen Offenbach nach Frankfurt: Elise Crespin und Kioskbetreiber Bekir Korkmaz.
Bringen Offenbach nach Frankfurt: Elise Crespin und Kioskbetreiber Bekir Korkmaz. © C. Boeckheler

Elise Crespin verkauft ihre Comics "Offenbacher Tales" an der Frankfurter Hauptwache. Das ist dem Zufall zu verdanken.

Elise Crespin steht vor einem Ärztehaus in Offenbach und schaut sich die Tafel mit den Praxen an, als ein Paketbote im Lieferwagen anrauscht, aussteigt, die Ladeluke öffnet, Pakete auslädt und ruft: „Frauenärzte im dritten Stock!“ Dann ist er weg. Und Elise Crespin bedankt sich lautlos für eine Info, um die sie doch gar nicht gebeten hatte.

„Das ist Offenbach“, sagt die junge Frau und lacht. Die Menschen hier sind so frei und herzlich und echt. Das ist richtig rührend.“ Solche Szenen, sagt die gebürtige Pariserin, begegneten ihr, seit sie in Offenbach wohnt, ständig. Anfangs hat sie sie im Freundeskreis erzählt, nach einem Zeichenkurs an der Freien Akademie Frankfurt damit begonnen, sie als Comic zu zeichnen. Dafür notiert sie sich Dialoge, Frisuren, Klamottenfarben meist auf einem Kassenzettel, bevor sie sie daheim auf Papier bringt.

Wer Crespins Offenbach sehen möchte, kann in den Kiosk von Bekir Korkmaz an der Frankfurter Hauptwache gehen. Denn dort sind die „Offenbacher Tales“ zu haben, die Crespin mit einem Grafikprogramm und in einem Copyshop selbst herstellt.

„Leider sind die Produktionskosten sehr hoch.“ Das schlägt sich im Preis nieder: 9 Euro decken aber noch nicht die Herstellungskosten. Trotzdem denkt die junge Frau bereits über Band II nach, der auch in seiner Herstellung optimiert werden soll. „Ich lerne noch“, sagt Crespin, die ihre Brötchen als visuelle Moderatorin verdient. Dass sie ihre Offenbacher Comicmärchen an der Frankfurter Hauptwache verkauft, ist dem Zufall zu verdanken. Als sie sich dort wieder einmal am Angebot französischer Zeitschriften bediente, hatte sie den frisch kopierten Packen Comics unterm Arm, den sie eigentlich für sich selbst und Freunde hergestellt hatte. Korkmaz bot ihr gleich an, sie im Verkauf zu unterstützen. „Der erste Kunde war lustigerweise auch ein Franzose“, sagt Crespin. Der wollte eigentlich nur Le Figaro kaufen.

Crespin will versuchen, die Märchen auch auf dem Offenbacher Wilhelmsplatz oder am Markt anzubieten. Hier seien schließlich viele Szenen entstanden. Und in der grauen Jahreszeit, so hofft sie, könnten die bunten Comics noch mehr Leute zum Lachen bringen.

Infos zu den Tales und Elise Crespin gibt es auf: offenbachertales. tumblr.com; atelierelisecrespin.com/ contact und auf elisecrespin.com.

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