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Eine Großrazzia im Baugewerbe hat der Zoll unter anderem im Landkreis Offenbach veranstaltet. An einem Ort in Hessen werfen die Beschuldigten rund 100.000 Euro aus dem Fenster.

Baugewerbe

Großrazzia gegen organisierte Kriminalität: 100.000 Euro aus dem Fenster geworfen

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Eine Großrazzia im Baugewerbe hat der Zoll im Landkreis Offenbach veranstaltet. An einem Ort in Hessen werfen die Verdächtigen rund 100.000 Euro aus dem Fenster.

Offenbach - In den frühen Morgenstunden am Dienstag (22.10.2019) führte das Hauptzollamt Karlsruhe, Bereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit, in mehreren Bundesländern umfangreiche Durchsuchungen durch. Ein Schwerpunkt der Kontrollen lag dabei im Landkreis Offenbach.

Die Razzia spielte sich dort unter anderem in Offenbach, Mühlheim und Rodgau ab. Auch Viernheim im hessischen Kreis Bergstraße sowie Mainz und Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz waren Schauplätze der Durchsuchungen. 

Offenbach: Razzia im Baugewerbe - 100.000 Euro aus dem Fenster geworfen

Außerdem fand die Razzia im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt auch in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Berlin statt. Die Beamten vollstreckten zudem vier Haftbefehle. Die Tatverdächtigen wurden „wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeliefert“, teilt das Hauptzollamt Karlsruhe mit.

An der groß angelegten Durchsuchungsaktion waren mehr als 220 Einsatzkräfte verschiedener Hauptzollämter und unterstützende Kräfte der Landespolizeien aus Hessen und Baden-Württemberg beteiligt. Die Maßnahme richtete sich gegen sechs Beschuldigte. Es geht um Straftaten im Zusammenhang mit illegaler Beschäftigung und Unterstützungsleistungen durch Beschaffung von Scheinrechnungen.

Offenbach: Männer werfen bei Razzia 100.000 Euro aus dem Fenster

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen werden den Tatverdächtigen nach der Großrazzia gewerbsmäßiger Betrug, Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sowie Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben oder Beihilfe zu diesen Straftaten vorgeworfen. In den vergangenen Jahren sollen sie als Nachunternehmer Bauaufträge mit Schwarzarbeitern und illegaler Beschäftigung ausgeführt haben. 

Den Sozialkassen enthielten sie auf diese Weise Sozialversicherungsbeiträge vor. Den Fiskus brachten sie um Steuern in Millionenhöhe. „Die bisher ermittelte Schadenssumme beträgt circa fünf Millionen Euro“, heißt es vom Hauptzollamt.

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Offenbach: Razzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe - 100.000 Euro aus Fenster geworfen

Bei der Durchsuchungsaktion wurden darüber hinaus erhebliche Vermögenswerte gesichert. Um den Schaden wiedergutzumachen, sicherten Spezialisten des Zolls für Vermögensabschöpfung laut Zoll „umfangreiche Vermögenswerte“. 

Sie pfändeten Konten und offene Forderungen für erbrachte Bauleistungen. Insgesamt hatte das Amtsgericht Darmstadt Vermögensarreste über mehr als fünf Millionen Euro erlassen. Neben Geschäftsunterlagen wurden auch elektronische Datenträger und Mobiltelefone zur Auswertung sichergestellt.

Offenbach: 100.000 Euro bei Razzia aus dem Fenster geworfen

Während der Maßnahme und der Suche nach Beweismitteln und Vermögensgegenständen flatterten den Zollbeamten in Viernheim im Kreis Bergstraße unzählige Geldscheine im Wert von insgesamt 100.000 Euro entgegen. Die Beschuldigten hatten sie aus dem Fenster geworfen, um sich so auf schnellstem Wege des Gelds zu entledigen.

Die Erkenntnisse, die die Ermittler bei der Razzia gewonnen haben, müssen nun weiter ausgewertet werden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Karlsruhe dauern an.

Erst vor wenigen Tagen fand in Offenbach eine Razzia in zwölf Shisha-Bars statt. Zentnerweise Tabak wurde beschlagnahmt.

Auch ein ganz anderer Vorfall sorgte in Offenbach für Aufsehen. Eine Sexpuppe fährt im Heck eines Müllwagens in der Stadt spazieren. Das sorgt im Internet für viele Lacher, und auch für ein wenig Spott.

kke

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