Das neue Klinikum Offenbach ist fast fertig, "zu 90 bis 95 Prozent", sagt Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Bis zum Einzug, der jetzt für den 13. und 14. April angesetzt ist, muss das Gebäude eingerichtet werden. Unser Bild zeigt die wild gewellte grün gehaltene Station 3a.
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Das neue Klinikum Offenbach ist fast fertig, "zu 90 bis 95 Prozent", sagt Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Bis zum Einzug, der jetzt für den 13. und 14. April angesetzt ist, muss das Gebäude eingerichtet werden. Unser Bild zeigt die wild gewellte grün gehaltene Station 3a.

Klinikum Offenbach

Das kunterbunte Krankenhaus

Medizintechnik im Aufbau, Roboter auf Testfahrt. Angelika Ohliger hat einen Rundgang durch den fast fertigen Neubau gemacht und hat sich das Neueste vom Neuen angesehen.

Von Angelika Ohliger

Es ist warm. "Wir heizen ein", erklärt Michaela Artus-Kraft die Temperaturen in den Räumen. Die Projektleiterin vom Architekturbüro Wörner und Partner führt durch den Neubau des Klinikums.

Fast fertig ist das Gebäude, "zu 90 bis 95 Prozent", sagt Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Bis zum Einzug, der jetzt für den 13. und 14. April angesetzt ist, muss das Gebäude eingerichtet werden.

Derzeit wird auch die Medizintechnik aufgebaut. Stolz zeigt Hausherr Schmidt einen Operationssaal: "Das Neueste vom Neuen." Hier komme der Operateur nicht ins Schwitzen, weil die LED-Lampen über dem Tisch, der sich in alle möglichen Positionen verwinden lässt, nicht heiß werden. Umweltschonend seien die neuen Lampen außerdem.

"Wir haben dann den schönsten OP in der Region

Die Begeisterung unter den Kollegen sei groß, alle würden die Umstellung gerne mitmachen, sagt der Ärztliche Direktor, Professor Norbert Rilinger. "Schließlich haben wir dann den schönsten OP der Region."

Im Untergeschoss bauen Medizintechniker den Linearbeschleuniger auf. Fünf bis sechs Wochen dauert das. Erst dann kann er getestet werden. In dem Gerät zur Tumorbehandlung werden elektrische Teilchen beschleunigt und zur Strahlentherapie eingesetzt.

Außen rot-bunt, innen gedämpft

Ein Farbkonzept in den öffentlich zugänglichen Räumen soll dafür sorgen, dass sich die Patienten wohlfühlen. Die Farben der rot-bunten Fassade setzen sich innen nicht fort. Die Leitstellen, Informationstresen auf jeder Station, sind in unterschiedlichen knalligen Farben gehalten. Die übrigen Wände sind dezent gestrichen, die kräftigen Farbmuster setzen sich nur auf kleinen wegweisenden Schildern fort. Sie sind Teil des Orientierungskonzepts.

In den variablen Vier- und Zwei-Bett-Zimmern sind die Wände gedeckt angelegt. In den Farben Bison oder Eierschale, sagt Kraft-Artus. Helle oder erdige Brauntöne sind gemeint. Die Böden sind sandfarben, durchsetzt mit kleinen Glimmerelementen.

Die großen Fensterelemente ermöglichen auch Patienten, die liegen müssen, nach draußen zu sehen. Die breiten Fensterbänke sind sehr niedrig angebracht. So können sie als Sitzbänke genutzt werden. Auf der Kinderstation setzen wiederum kräftige Farben Akzente. In jedem Raum ist eine Wand königsblau, hellgrün oder sonnengelb.

Wo sich Mensch und Maschinen treffen

In den Versorgungsgängen sind schon die ersten Roboter auf Testfahrt, programmierbare flache Wagen, die Container huckepack nehmen und an die richtige Stelle bringen können. Überfahren werde dabei niemand, denn eine Kreuzung, wo sich Mensch und Maschine treffen, sei nicht vorgesehen, so Artus-Kraft.

Der Umzug der Patienten im April wird eine Herausforderung, da sind sich alle einig. Gemeinsam mit Hilfsorganisationen sei er bereits simuliert worden, berichtet Schmidt. Seit einem Jahre werde der Umzug der Patienten vom jetzigen Zentralhochhaus in den siebengeschossigen Neubau vorbereitet.

Die meisten Mitarbeiter freuten sich auf das neue Haus, sagt Pflegedirektorin Sabine Braun. Dann sollen die Zeiten mit Staus vor den Aufzügen, Wasserrohrbrüchen und anderen Unannehmlichkeiten vorbei sein.

Noch gehen die Uhren auf den Gängen anders - nämlich falsch. Bis zur Vor-Eröffnung am 19. und zum Gesundheitstag am 20. März, an dem sich die Bürger im Haus umschauen können, werden sie wohl richtig ticken.

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