Zehn Mitglieder des Bunds Offenbacher Künstler (BOK) präsentieren erstmals in der Damenabteilung der galeria Kaufhof ihre Ausstellung "Der Stoff, aus dem die Kleider sind". Sie thematisieren ihre mal heitere und mal nachdenkliche Sicht auf Konsum und Kauflust.
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Zehn Mitglieder des Bunds Offenbacher Künstler (BOK) präsentieren erstmals in der Damenabteilung der galeria Kaufhof ihre Ausstellung "Der Stoff, aus dem die Kleider sind". Sie thematisieren ihre mal heitere und mal nachdenkliche Sicht auf Konsum und Kauflust.

Galeria Kaufhof

Kunst in der Damenabteilung

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Der Bund Offenbacher Künstler stellt in der Damenabteilung aus: Die Galeria wird zur Galerie, und die Waren sind Kunst in der Ausstellung "Der Stoff, aus dem die Kleider sind".

Die Kunden werden auf der Suche nach Jacken in der Galeria Kaufhof stutzen, wenn sie plötzlich Mäntel oder Kleider aus Plastiktüten in der Hand haben. Oder Büstenhalter, die mit Wachs so steif gemacht wurden, dass sie aufrecht stehen. Sie werden rasch merken: Die Ecke der Galeria dient als Galerie, und die Waren sind Kunst.

Zehn Mitglieder des Bunds Offenbacher Künstler (BOK) präsentieren erstmals in der Damenabteilung im ersten Stock ihre Ausstellung "Der Stoff, aus dem die Kleider sind". Sie thematisieren ihre mal heitere und mal nachdenkliche Sicht auf Konsum und Kauflust. Die Gemälde von Anja Hantelmann zeigen die Situation in den Umkleiden, wenn frau sich voller Illusion auf Schönheit in Kleider zwängt oder desillusioniert wieder herausschält.

Michaela Haas hat Geisterkleider entworfen, Roland Zehetmeier hat sich ein "Tor zum Einkaufshimmel" ausgedacht und Karin Nedela zeigt Fotografien, die den aufwendigen Kopfputz von Frauen im 15. Jahrhundert darstellen.

Kreativstandort fördern

Die Ausstellung geht auf eine Initiative der Wirtschaftsförderung und des Forums Kultur und Sport zurück. "Für uns ist das ein spannendes Experiment, Kunst und Kultur an öffentlichen Orten zu zeigen, wo jeder drüberstolpern kann", sagt Ralph Philipp Ziegler. Ihm ist es ein Anliegen, Kunst in die Stadt zu bringen und die Künstler zu fördern. "Kunst unterstützt den öffentlichen Diskurs und bringt Esprit in die Stadt", sagt er.

Für Jürgen Amberger, Leiter der Wirtschaftsförderung, ist die Kunst eine Standortfrage. "Wir fördern in der Stadt die gesamte Bandbreite der Kreativwirtschaft, weil wir alle Kreativen brauchen", sagt er. Underground-Künstler seien die Basis für etablierte Künstler und umgekehrt.

Die Stadt möchte Künstlern ein Forum geben, damit sie Offenbach prägen. Und dabei ist es egal, ob die Veranstaltungen eher akademischer Art sind, wie die deutsch-chinesische Biennale der Hochschule für Gestaltung und die Art-Directors-Veranstaltung in Frankfurt, ob sie Publikumsmagneten sind, wie die Luminale oder Einzelausstellungen.

Vorteile sieht aber auch Christiana Baudach von Galeria Kaufhof selbst: "Für uns ist das interessant, erstmals Kunst in unseren Räumen zu zeigen. Wir sprechen damit ein ganz anderes Klientel an." Im Sommer werde der Bestand an Mäntel und Jacken, die normalerweise hier stünden, ohnehin zurückgefahren.

Der Bund Offenbacher Künstler sucht weitere Räume für Ausstellungen in der Öffentlichkeit. "Wir nutzen gerne übergangsweise leerstehende Geschäfte", sagt BOK-Vorsitzende Heide Khatschurian. "So erreichen wir ganz andere Menschen ."

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