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Kann seit 15 Monaten keine Groß-Veranstaltungen mehr im Capitol organisieren: Geschäftsführerin Birgit von Hellborn.
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Kann seit 15 Monaten keine Groß-Veranstaltungen mehr im Capitol organisieren: Geschäftsführerin Birgit von Hellborn.

Offenbach

Kultur in Offenbach: Wenn das Lebenselixier fehlt

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Birgit von Hellborn, Geschäftsführerin des Capitols und der Stadthalle, hat nach 15 Monaten ohne öffentliche Veranstaltung wieder Hoffnung

Birgit von Hellborn ist in dieser Woche zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder mit einem positiven Gefühl ins Capitol gefahren. Die Geschäftsführerin des Offenbacher Kultur- und Veranstaltungszentrums in der Kaiserstraße sowie der Stadthalle „sieht ein Licht am Ende des Tunnels“. Die Inzidenzzahlen sinken, wenn auch in Offenbach langsamer als in anderen Städten und Kreisen, und die Impfkampagne geht voran. Einen möglichen Termin für den Re-Start nach 15 Monaten ohne Event fasst die 54-Jährige aufgrund ihrer Erfahrungen aus den vergangenen Monaten aber nicht mehr ins Auge. Zu oft schon wich die aufkeimende Vorfreude der Enttäuschung.

„Wir haben im Juli geblockte Termine, auch wenn wir wissen, dass es keine unbestuhlten Veranstaltungen geben wird“, sagt von Hellborn, seit 1998 Geschäftsführerin des Capitols und seit 2005 der Stadthalle. Abgesagt können die Events aber auch nicht werden, weil die aktuelle Corona-Verordnung nur bis zum 30. Juni gilt. Prophylaktische Absagen brächten rechtliche Probleme mit sich.

Der größte Teil ihrer Arbeit besteht darin, Veranstaltungstermine von einem aufs andere Datum zu verschieben und die Mitarbeiter:innen so einzuteilen, dass alle etwas zu tun haben. Im Capitol werden derzeit kleinere Reparaturarbeiten vorgenommen. Techniker prüfen, wie und wohin neue Lüftungsanlagen eingebaut werden können.

In der Stadthalle wurde im Zuge der Einrichtung des Impfzentrums im November die Heraeus Noblelight eingebaut. Diese tötet mit UV-C-Strahlung 99,9 Prozent der Bakterien ab, unter anderem auch den Covid-19-Erreger.

Derzeit nur Streamingevents

Da noch völlig unklar ist, wie lange das Impfzentrum benötigt wird, stehen dort die ab Oktober geplanten Events in den Sternen. Der Einsatzbefehl gilt bis Ende September, kann aber je nach Impftempo und Pandemielage verlängert werden.

Im Capitol finden seit einiger Zeit und in unregelmäßigen Abständen Livestreaming-Veranstaltungen statt. Die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main setzte im April ihre Gesprächsreihe mit Michel Friedman im großen Saal in Szene, die Nassauische Heimstätte ihre Gala zum 100-jährigen Bestehen. So kehre zumindest „ein Hauch“ von Veranstaltung zurück, sagt von Hellberg. Und für die drei Veranstaltungsleiter gebe es wenigstens etwas zu tun. Die meisten Bühnentechniker sind im Impfzentrum als Haustechniker im Einsatz.

Kreativität ist trotz der Trostlosigkeit der leeren Säle und der Ungewissheit gefragt. Zwischen Juli und Oktober hat von Hellborn rund 50 Künstler:innen kostenlos die Möglichkeit für Auftritte mithilfe von Sponsoren gegeben – unter Einhaltung der ständig wechselnden Hygienevorschriften.

„Mal waren es drei Quadratmeter pro Person, mal vier, sodass plötzlich statt 40 nur noch 30 Personen zugelassen waren“, berichtet von Hellborn. Kürzlich hat sie festgestellt, dass viele der Getränke und Snacks, die damals für das Catering angeschafft wurden, abgelaufen sind und nun in die Mülltonne wandern müssen. Genauso wie viele vorgefertigte Plakate.

Das Schlimmste sei das Gefühl, die verzichtbare Branche zu sein, sagt von Hellberg. Zumal völlig unklar sei, wie viele Künstler:innen und Agenturen es nach der Krise noch gibt. Das Capitol kommt finanziell dank der Hilfen des Bundes und der Kurzarbeit über die Runden. Birgit von Hellbergs Wunsch ist es, schon bald wieder eine öffentliche Veranstaltung zu haben, „bei der wir ein Glas Prosecco trinken können, egal mit wem, am besten ohne Maske, und einfach nur alle glücklich sind. Veranstaltungen sind unser Lebenselixier.“ Und das fehlt ganz vielen Menschen.

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