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Julia Mihály, Maria Huber und Tobias Hagedorn nehmen Geräusche am Marktplatz auf.
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Julia Mihály, Maria Huber und Tobias Hagedorn nehmen Geräusche am Marktplatz auf.

Kultur in Offenbach

Besonderes Kulturerlebnis für Offenbach: Künstlergruppe mixt Klänge der Stadt mit Musik

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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„Untere Reklamationsbehörde“ aus Frankfurt und Berlin bietet Ende März in Offenbachs Innenstadt mit ihrem Stück Alltagsrauschen ein außergewöhnliches Kulturerlebnis.

  • Eine Künstlergruppe bringt Kultur nach Offenbach.
  • Die Darbietung soll ganz Corona-konform stattfinden.
  • Die Gruppe „Untere Reklamationsbehörde“ hat Klänge von Offenbach mit Musik vermischt.

Offenbach - Es tropft. Mal in kleinen, aber meistens in großen Mengen. „Jedes Mal wenn es hier geregnet hat, ist es wie ein Wasserfall“, sagt Maria Huber und blickt auf die Brücke vor dem City-Center am Offenbacher Marktplatz. Ein Geräusch, dass die meisten Offenbacher:innen und Besucher:innen der Stadt ausblenden, wenn sie an der Bushaltestelle warten oder unter der Brücke durchlaufen.

Das empirische Hörtheater Untere Reklamationsbehörde aus Frankfurt und Berlin hat die Klänge der Offenbacher Innenstadt genauer unter die Lupe genommen. Hat sie mit vorkomponierten Miniaturen für Percussion und Violine gemixt. Und die Performerin Alice Nogueira erzählt über die Orte, mal persönlich, mal ruft sie von irgendwoher und mal öffnet sie auch nur eine Tür. Herausgekommen ist das Hörtheater „Alltagsrauschen“ für das man seit Ende Februar Tickets für den 19., 20. und 27. März zwischen 12 und 16 Uhr kaufen kann.

Kultur in Offenbach: „Jeder, der einen Theaterabend vermisst, kann kommen“

„Es wird eine Station am Marktplatz geben, wo wir Handys mit einer von uns programmierten App und Kopfhörer verteilen werden“, erzählt Julia Mihály. Das Stück wird im Rahmen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen“ gefördert. „Jeder, der einen Theaterabend vermisst, kann kommen.“ In Corona-Zeiten heißt das: Man kann alleine oder zu zweit aus demselben Haushalt immer im Zehn-Minuten-Takt loslaufen. 25 je 45-minütige Spaziergänge sind an einem Tag möglich. Bodensticker, die mit einem Heißluftfön noch an den Orten angebracht werden müssen, werden den Besucher:innen den Weg weisen.

Tickets und infos

Das Stück Alltagsrauschen vom Kollektiv Untere Reklamationsbehörde ist am 19., 20. und 27. März in der Offenbacher Innenstadt erlebbar. Mit einem Smartphone-App kann der 45-minütige akustische Spaziergang einzeln oder von zwei Personen aus einem Haushalt besucht werden. Handys und Kopfhörer gibt es am Startpunkt, der S-Bahnstation Markplatz.

Die Tickets kosten 15 Euro, ermäßigt neun Euro und gibt es unter: www.frankfurtticket.de, Zwischen 12 und 16 Uhr gibt es an den drei Tagen je 25 Zeitslots.

Weitere Infos zum Stück gibt es auf:
www.offenbach.de/kultur

„Man kann in seinem eigenem Tempo gehen und drückt auf dem Handy auf die nächste Nummer, die am Boden zu sehen ist. Dann verwandelt sich die Musik in den nächsten Teil“, erklärt Tobias Hagedorn, der zusammen mit Mihály für die Kompositionen verantwortlich ist, Huber für die Dramaturgie. „Wir haben das Stück aber alle zusammen entwickelt“, sagt Mihály, auch die Musikerin Yuka Ohta und der Musiker Diego Ramos. Sie haben unter anderem mit zwei Kontrabassbogen an den Streben auf der blauen Brücke über der Berliner Straße „einen Megasound produziert“, wie Mihály findet.

Diego Ramos (l.) und Yuka Ohta bringen die blaue Brücke zum Klingen.

Offenbach: Baustelle und Taubengurren – Künstlergruppe mischt Klänge der Stadt mit Musik

In den vergangenen Wochen und Monaten waren Julia Mihály, Tobias Hagedorn und Maria Huber etliche Male zwischen Marktplatz und Rathaus unterwegs. Sie haben das Rattern des Presslufthammers an der Baustelle des ehemaligen Toys-R-Us-Geländes aufgenommen, Taubengurren oder die Stille während des Lockdowns in den Abendstunden. „Wir sind die Wege ungefähr 100-mal abgegangen, um zu schauen, wie lange kann man an einem Ort verweilen, ohne dass es langweilig wird“, sagt Hagedorn.

Auf die Stadt Offenbach sind die Künstler:innen ziemlich schnell gekommen. Die Idee stand früh fest, dann ging es darum, einen Ort zu finden, an dem auf komprimierter Stelle sehr viel passiert. „Der Marktplatz war schnell im Gespräch. Und dadurch, dass wir schon 2019 mit der Stadt gut zusammengearbeitet haben, und es realistisch war, das Projekt zu machen, haben wir das Kulturamt angefragt“, berichtet Mihály. In anderen Städten sei es deutlich komplizierter, Genehmigungen für Außenprojekte zu bekommen. Ralph Ziegler, Leiter des Offenbacher Kulturamts, sei sofort begeistert gewesen, als die Anfrage im Oktober gekommen sei.

Auf der Jagd nach Geräuschen.

Kunstprojekt in Offenbach könnte auch nach Frankfurt kommen

„Wir würden das Projekt auch gerne in Frankfurt machen“, sagt Mihály. Bestenfalls im kommenden Jahr, das hänge aber von den Förderungen ab. Auf jeden Fall geplant ist eine Onlineveröffentlichung. „Die Dreharbeiten sind schon abgeschlossen, so dass man den Audiowalk noch einmal nachlaufen kann“, sagt Huber.

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