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40 Kubikmeter Müll

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Von: Andreas Hartmann

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Zukunft Dreieich: Hans Nolte, Hans Strothoff und Wolfgang Scholze (v. l.) haben viel Geld für die Baierhansenwiesen gestiftet.
Zukunft Dreieich: Hans Nolte, Hans Strothoff und Wolfgang Scholze (v. l.) haben viel Geld für die Baierhansenwiesen gestiftet. © Monika Müller

Der Verein „Zukunft Dreieich“ renaturiert einen Teil der Baierhansenwiesen.

Noch liegen die Baierhansenwiesen unter einem winterlich grauen Himmel, und das Areal sieht selber grade recht trostlos aus – doch hier ist in den vergangenen Wochen einiges geschehen, um es ordentlich aufzuhübschen. Der Verein „Zukunft Dreieich“ hat auf 2,5 Hektar drei schwarz gebaute Hütten abgerissen, die alles überwuchernden Brombeerranken gerodet, 40 Tonnen illegal abgeladene Gartenabfälle, 40 Tonnen Grünschnitt und 40 Kubikmeter Müll entfernt. Die Entsorgung hat die Stadt Dreieich übernommen. Plötzlich sind wieder Sichtachsen in die Ferne geöffnet, die hier seit Jahrzehnten zugewuchert waren.

Der im Juli 2014 gegründete, mittlerweile 120 Mitglieder starke Verein, in dem sich neben Bürgern und Vereinsvertretern auch Unternehmer wie der Küchenhersteller Hans Strothoff und Hans Nolte von Hahn Air engagieren, hat seit Oktober mehr als 55 000 Euro für die Renaturierung des Landschaftsschutzgebietes gesammelt.

Dazu kommen Sachleistungen im Wert von etwa 8000 Euro und ehrenamtliche Helfer, die bei den Aufräumarbeiten mit angepackt haben. Allein 40 000 Euro stammen aus dem Umweltfonds der Fraport. Noch bis Ende Februar sollen hier weitere Hecken gerodet und noch mehr Müll entfernt werden, dann beginnt die Brut- und Setzzeit.

„Aus dem, was wir da gefunden haben, könnte man ein ganzes Auto zusammenbauen“, berichtet Klaus Rehwald, der das Vereinsprojekt betreut. Man greife mit der nun begonnenen Renaturierung dem Masterplan für Dreieich vor, den das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer im Auftrag von „Zukunft Dreieich“ bis zum Sommer ausarbeitet, sagt Vereinsvorsitzender Strothoff. „Irgendwo muss man ja anfangen.“

„Das ist ein erster Schritt. Hier können wir ja etwas vor der Haustür tun, was im wahrsten Sinne des Wortes naheliegt“, ergänzt Nolte, der zurzeit den prächtigen Pferdehof Hofgut Rosenau am Rande der Baierhansenwiesen baut. Die Besitzverhältnisse in dem Landschaftsschutzgebiet seien komplex, etliche Eigentümer unbekannt. „Da kann man ja nicht einfach loslegen“, sagt er. Einem Verein falle das aber leichter als einer Stadt.

Nolte kann auch von einem ersten Erfolg berichten: Der Verein habe im Herbst den Weg entlang des Hengstbachs gesäubert, hergerichtet und Beutel für Hundehaufen bereitgestellt. „Wir waren skeptisch, ob das funktioniert. Aber doch, das tut es.“ Strothoff pflichtet ihm bei: Wo Müll sei, komme neuer hinzu. Er hoffe, dass damit nun Schluss sei, sagt der Unternehmer.

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