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Kritik an Polizei-Tasern

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Von: Kerstin Klamroth

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Die Linke verweist auf tödliche Wirkung der neuen Waffe. Die Polizei indes rechtfertigt den Einsatz der neuen Elektroschock-Waffe.

Die Fraktion der Linken kritisiert in einer Mitteilung den Einsatz von Elektroschockern. Sie könnten mitunter tödlich sein und schwerwiegende Verletzungen nach sich ziehen.

Die Offenbacher Polizei soll den Einsatz von „Distanz-Elektroimpulsgeräten“ der Firma Taser testen. Die Elektroschocker, die mit einer Spannung von 50 000 Volt arbeiten, sind umstritten.

Der Linke-Stadtverordnete Sven Malsy kritisiert, „dass nach nur einem Tag Schulung Polizeibeamte mit Elektroschockern auf die Offenbacher Bevölkerung losgelassen werden“. Elektroschocker seien tödliche Waffen. Das sei eindeutig dokumentiert. Malsy verweist auf Zahlen von Amnesty International, nach denen zwischen 2001 und 2008 allein in den USA 334 Menschen während oder nach dem Einsatz der Waffe gestorben seien.

Nach Angaben der Polizei sollen die Elektroschocker die Lücke zwischen Schlagstock und Schusswaffe schließen. Die Beamten trügen das Gerät nicht ständig bei sich. Es liege im Streifenwagen bereit und werde nur mitgenommen, wenn die Polizisten die Lage als gefährlich einschätzen. Mit den Elektroschockern können mit Drähten versehene Projektile über eine Entfernung von bis zu zehn Metern auf Menschen geschossen werden.

Der Linke-Stadtverordnete Malsy wirft Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) vor, die Gefährlichkeit der Waffe und ihre potenziell tödliche Wirkung erst auf Nachfrage der Linken eingeräumt zu haben.

Die Waffe werde vorwiegend gegen unbewaffnete Personen eingesetzt, die in der Regel keine ernste Bedrohung darstellten. „Dass hier das Risiko eingegangen wird, diese Personen schwer bis tödlich zu verletzen, ist grob fahrlässig“, heißt es in der Mitteilung. diu

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