Kunst-Preis für Patrizia Schmitt: Ein Buch über Pop-Art.
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Kunst-Preis für Patrizia Schmitt: Ein Buch über Pop-Art.

"Jugend malt"

Kleiner Löwe, große Wirkung

Zwei junge Offenbacher gewinnen im Landeswettbewerb "Jugend malt" mit dem hessischen Wappentier. Von Claudia Wenhardt-Bucci

Von Claudia Wenhardt-Bucci

Er ist nur ganz klein ausgefallen, hat aber große Wirkung erzielt: Der Hessenlöwe von Patrizia Schmitt. Denn mit ihrer gerade mal Handteller großen Zeichnung des hessischen Wappentieres hat die Offenbacherin den diesjährigen Landeswettbewerb "Jugend malt" in der Kategorie der Sechs- bis Achtjährigen gewonnen.

"Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich gewinnen könnte", sagt die Achtjährige und freut sich über ihren Erfolg. Immerhin hat ihre Zeichnung gegen mehr als 550 Bilder ihrer Altersgruppe bestanden; eingesandt wurden insgesamt 1075. Besonders schwierig seien Kopf und Schwanz gewesen, erinnert sich Patrizia. "Und die Krone oben, die war auch schwer. Ansonsten hab ich ihn einfach von einem Bild abgezeichnet", sagt sie. Was der Hessenlöwe ist, habe sie auch schon vor dem Wettbewerb gewusst, erklärt sie lässig. Der rot-weiß gestreifte Löwe mit geöffnetem Maul, erhobenen Tatzen und hochstehendem Schwanz ist gut zu erkennen und trägt die Handschrift der Achtjährigen.

Bisher habe sie Bilder nur beim Sandmann eingeschickt und sich immer geärgert, dass sie nie gezeigt wurden, erklärt Mutter Ursula. Dabei ist Malen und Basteln eine der Lieblingsbeschäftigungen der Drittklässlerin - zumindest wenn ihr Handball, Kommunionsunterricht und Bodenturnen dazu noch Zeit lassen. Stolz präsentiert die Uhland-Schülerin ein kleines, selbst gebasteltes Büchlein mit der Geschichte der Fee Rosa, die sich Patrizia ausgedacht hat. "Das ist mir einfach so eingefallen, und dann hab ich immer weiter geschrieben", sagt sie.

Ausgezeichnet worden ist auch Silvio Lepszy in der dritten Altersgruppe (13 bis 16 Jahre). Der 13-Jährige hat das Hessenwappen neu interpretiert. Es zeigt einen Löwen im rot-weißen T-Shirt mit einem Äppelwoi-Bembel zwischen den Pfoten. Lachend steht er zwischen dem Hessischen Landtag und dem Römer. "Ich habe versucht, alle bekannten Symbole für Hessen in meiner Zeichnung unterzubringen", erklärt der

Achtklässler sein Werk. Normalerweise zeichnet der Schüler der Offenbacher Leibnitzschule am liebsten Comics oder Landschaften. Über die Jugendkunstschule, wo er regelmäßig an Kursen teilnimmt, ist er auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. "Meine Lehrerin hat vorgeschlagen, dort mitzumachen."

Zeichnen ist neben Mundharmonika spielen und Bogenschießen sein großes Hobby. "Ich zeichne, seit ich einen Stift halten kann", sagt er selbstbewusst. Es habe ihm immer Spaß gemacht und macht es auch jetzt noch. Die Idee zu dem lachenden Löwen sei ihm in der Jugendkunstschule gekommen: "Unsere Lehrerin hat uns ein Buch mit kleinen Skizzen als Vorlage gegeben. Der lachende Löwe hat mir am besten gefallen", sagt er.

Patrizias Bild wäre fast gar nicht beim Wettbewerb dabei gewesen. "Gerade noch am letzten Einsendetag haben wir es losgeschickt", sagt Mutter Ursula. Heute freut sich die Familie, dass der kleine Löwe so ein Erfolg wurde - nur Zwillingsbruder Maximilian ärgert sich, dass er nicht auch ein Bild eingeschickt hat. Patrizia zumindest ist sich sicher: "Wenn es wieder einen Wettbewerb gibt, mach´ ich bestimmt wieder mit."

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