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Die Stadtkirche in Langen wird am Samstag zum Schauplatz eines Escape Games.

Langen

Langener Stadtkirche als Escape-Room

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Eine junge Gemeindepädagogin ist im Dekanat Dreieich mit innovativen Ideen erfolgreich.

Es ist ein ganz besonderer Escape-Room: Das Abenteuer wartet am Samstag, 27. Juli, hinter den Türen der Langener Stadtkirche. Erstmals bietet das Dekanat Dreieich in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Langen ein Escape-Game in einem Gotteshaus an – und hat besten Zulauf. „Wir haben sogar eine Warteliste“, sagt die Langener Gemeindepädagogin Carolin Jendricke, die das Ganze zusammen mit der Ehrenamtlichen Julia Lotz organisiert hat. Deshalb ist im kommenden Jahr eine Wiederholung in einer anderen Kirche des Dekanats geplant. „Die Egelsbacher haben schon Interesse angemeldet.“

Kommerzielle Escape-Rooms funktionieren normalerweise nach folgendem Prinzip: Besucher werden in einen Raum eingesperrt, in dem sie Rätsel lösen und Geheimnisse lüften müssen, um zu entkommen. Die Langener Stadtkirche wird am Samstag jedoch nicht zugesperrt, nur Schilder vor den Türen weisen mögliche Besucher darauf hin, dass sie die Kirche nicht betreten sollten. Die Escape-Game-Teilnehmer finden am Ende des Spiels trotzdem einen symbolischen Schlüssel.

„Ich wollte den Kirchraum anders zugänglich machen als nur für stille Momente, will zeigen, dass Kirche mehr ist als nur der Sonntagsgottesdienst“, sagt Jendricke. Die 28-Jährige bringt seit Oktober in der Projektstelle „Innovative Erwachsenenarbeit 55plus“ frischen Wind ins Dekanat Dreieich, entwickelt die „Route 55“, wo Menschen in der zweiten Lebenshälfte ihre Ideen einbringen können. Jendricke unterstützt sie dann bei der Verwirklichung.

Thematisch dreht sich beim Escape-Game in der Stadtkirche alles um die zehn biblischen Plagen vor dem Auszug der Israeliten aus Ägypten. „Man muss die Geschichte aber nicht kennen, um die Rätsel lösen zu können“, sagt Jendricke. Da sind Gläser versteckt, die mit Zahlenschlössern versehen sind, da wird der Altar zum Teamtisch, da gewinnt man beim Rätsel auf der Kanzel einen ganz anderen Blickwinkel. Die Teilnehmer hätten während des Spiels immer mal die Möglichkeit, in die Bibel zu schauen, kündigt die Organisatorin an. „Und am Ende wissen alle, was die Plagen sind.“

Sechs Teams à drei bis sechs Personen haben zwischen 11 und 17 Uhr maximal eine Stunde Zeit, um im Kirchenschiff Hinweise zu finden und Rätsel zu lösen. Das Angebot sei generationsübergreifend, sagt Jendricke, „von 12 bis 60 Jahre ist alles dabei“. Und es sei kostenlos – im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern, die pro Person gut und gerne 20 bis 25 Euro verlangen. „Aber eine Spende nehmen wir gerne, um die Materialkosten zu decken.“

Im Dezember sei die Idee geboren worden, sagt sie. Zusammen mit Lotz, die schon oft Escape-Games spielte, konzipierte sie das Spiel, schrieb Rätsel, besorgte Materialien. Als mehrere Pfarrer beim Pfarrkonvent zusammenkamen, stellte sie ihre Arbeit vor. Dann kam die Langener Pfarrerin Dorothea Gauland auf sie zu, die ihr Gotteshaus zur Verfügung stellt. Jendricke plante ihren Escape-Room aber so, dass er flexibel und mobil ist. „Wir können damit auf Tour gehen.“

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