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Immer weniger Offenbacher Kinder sprechen im Jahr vor ihrer Einschulung fehlerfreies Deutsch – trotz Kitabesuchs.

Offenbach

Kinder in Offenbach sprechen immer schlechter Deutsch

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Das Offenbacher Gesundheitsamt legt die  Zahlen für das Jahr 2018 vor. Derweil hat   ein neues Sprachprojekt an der Kita begonnen.

Immer weniger Offenbacher Kinder sprechen im Jahr vor ihrer Einschulung fehlerfreies Deutsch – trotz Kitabesuchs. Das geht aus den Ergebnissen der jährlich vom Stadtgesundheitsamt durchgeführten Schuleingangsuntersuchungen hervor, die diese Woche vorgestellt wurden. Demnach sprachen 2018 von 1247 untersuchten Kindern nur 32 Prozent fehlerfrei Deutsch.

In den Vorjahren waren die Deutschkenntnisse nur bei Kindern erfasst worden, von denen mindestens ein Elternteil oder die Kinder selbst nicht in Deutschland geboren wurden – das trifft in Offenbach auf zwei Drittel der Kinder im Einschulungsalter zu. Deshalb lassen sich nur die Ergebnisse dieser Gruppe mit den Vorjahren vergleichen. Die Entwicklung ist deutlich: Während 2015 noch 44 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund vor der Einschulung fehlerfrei Deutsch sprechen konnten, waren es 2016 noch 32 und 2017 noch 28 Prozent. 2018 sprachen noch 17 Prozent der Kinder aus dieser Gruppe fehlerfrei Deutsch.

„Diese Kinder haben weniger Sprachanregung durch muttersprachlich Deutsch sprechende Kinder im Kindergarten“, vermutet Amtsärztin Barbara Schneider in einem Erklärungsversuch. Denn: Die meisten der Kinder haben länger als 18 Monate eine Kita besucht – und sprechen trotzdem nicht gut Deutsch. Umso wichtiger seien laut Schneider Sprachprogramme an den Kitas, die über die laufenden Angebote hinausgehen – da diese offensichtlich nicht ausreichten.

Ein Pilotprojekt wurde vor dem Hintergrund der schlechten Sprachergebnisse gerade an einer Kita nahe dem Offenbacher Hauptbahnhof begonnen, wo viele Kinder nicht muttersprachlich Deutsch sprechen. Kitakinder, die sich im Jahr vor der Einschulung befinden, besuchen in dieser Kita nun täglich einen 45-minütigen Sprachförderkurs – in Gruppen von zehn Kindern. „Ziel ist es, das Sprachverständnis und den Sprachgebrauch der Kinder maßgeblich zu verbessern“, heißt es bei der Stadt, die das Programm gerne auf alle städtischen Kitas ausweiten würde – wie das finanziert wird, ist aber noch unklar.

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