Offenbach

Kicken auf altem Tennisgelände

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Die SKG Rumpenheim nimmt einen neuen Trainingsplatz in Betrieb. Beim benachbarten Sportverein SC 07 Bürgel ist dagegen immer noch keine Lösung hinsichtlich des Trainings in Sicht.

"Endlich mehr Platz!“ Joachim Schiebel, Vorsitzender der Sport- und Kulturgemeinschaft (SKG) Rumpenheim, ist die Erleichterung anzuhören, wenn er über die neue Trainingsfläche seines Vereins spricht. Die SKG hat mit einem Trainingsspiel ihrer F1-Jugend am Freitag ihren neuen, rund 1600 Quadratmeter großen Übungsplatz in Betrieb genommen.

„Wir haben 16 Jugend- und, drei aktive Mannschaften, und die Spieler des türkischen Sportclubs trainieren auch noch bei uns“, sagt Schiebel, „wir kamen einfach nicht mehr mit dem vorhandenen Platz aus.“ Besonders in den Wintermonaten sei die Situation angespannt gewesen, da die SKG nur einen Hartplatz zur Verfügung hatte. „Für 20 Mannschaften“, wie Schiebel betont. Vor zwei Jahren sei aus der Jugendabteilung die Idee gekommen, ob nicht einer der benachbarten ehemaligen Tennisplätze als Fußballfeld genutzt werden könnte. Seit der Rumpenheimer Tennisverein 2008 insolvent wurde, sind die Plätze ungenutzt, das Vereinsheim verfällt zusehends.

Reine Eigenleistung unmöglich

Die Stadt, der die Sportgelände der SKG und des Tennisclubs an der Bürgeler Straße gehören, signalisierte ihre Zustimmung. „Allerdings durfte der Umbau nichts kosten“, sagt Schiebel, „damals glaubten wir noch, dass wir den Platz in Eigenleistung herrichten können.“ Doch schnell stellte sich heraus, dass das nicht möglich war. Ein Blick auf die andere Seite des neuen Trainingsplatzes zeigt, wie es 2014 auch dort aussah: Der Boden ist völlig von Wurzeln überwuchert, die Pflanzen stehen teils hüfthoch auf dem Gelände.

SKG-Mitglied Henning Hehner, der 2011 mit dem Landesehrenbrief für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde, übernahm nun die Organisation. Er verhandelte mit der Stadt, denn die Kosten für die Herrichtung des Hartplatzes lagen im „mittleren fünfstelligen Bereich“, wie er sagt, genaue Zahlen möchte er nicht nennen. „Vergangenes Jahr genehmigten die Stadtverordneten uns einen Zuschuss von 10 000 Euro“, sagt Hehner, „den Rest haben wir über Spenden finanziert.“

Die SKG beauftragte den städtischen Dienstleistungsbetrieb SOH mit der Sanierung des Platzes, im Herbst begannen die Arbeiten. „Wir hätten uns gewünscht, dass im Januar alles fertig geworden wäre, aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Hehner.

Andere bangen weiterhin

Nachdem Pflanzen und Wurzelwerk entfernt worden waren, mussten vier Schichten aufgelegt werden, um den Platz bespielbar zu machen; die oberste, eine gelbliche Schicht, besteht aus Felsenkies. „Damit keine Wurzeln mehr durchkommen, musste ein Geotextil als Sperre eingelegt werden“, sagt Schiebel. Die SKG hat den Platz zunächst für fünf Jahre von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen, für die Pflege ist der Verein verantwortlich.

Während die SKG also feiern kann, bangen die anderen weiterhin: Beim benachbarten Sportverein SC 07 Bürgel ist immer noch keine Lösung hinsichtlich des Trainings in Sicht. Nach einem Feuer im Vereinsheim im Jahr 2014 hat die Stadt das Gebäude gesperrt. Das SC-Gelände soll nach Plänen der Stadt einem Wohngebiet weichen, doch noch ist kein Investor vorhanden. Der Investor soll im Gegenzug das Gelände von SKG Rumpenheim und dem ehemaligen Tennisclub zu einem gemeinsamen Sportzentrum für Bürgel und Rumpenheim ausbauen.

Eine Idee, die angesichts mancher historischer Animositäten weder in dem einen noch im anderen Stadtteil Begeisterung hervorruft. „Wir würden lieber in Bürgel bleiben“, sagt SC-Chef Lothar Benz, „glücklich sind wir mit der ganzen Situation nicht.“ Auch die SKG ist von dem Vorschlag wenig angetan. „Wir sind ein Rumpenheimer Verein, ein Stadtteilverein“, sagt Schiebel, „jeder Stadtteil sollte seine Vereine auch selbst beherbergen.“

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