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Keine Shuttles ab Zeppelinheim

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Von: Andreas Hartmann

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Der Flughafenbetreiber Fraport sichert zu, das künftige Terminal 3 direkt über den Flughafenbahnhof anzubinden.

Der Flughafenbetreiber Fraport hat der Stadt Neu-Isenburg zugesagt, das künftige Terminal 3 nicht über Zeppelinheim anzubinden, sondern rechtzeitig bis zur Fertigstellung des Großprojekts ein Passagier-Transfer-System (PTS) direkt vom Flughafenbahnhof aus zu bauen. Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) berichtete gestern von einem gemeinsamen Gespräch des Landkreises Groß-Gerau und der beiden Städte Neu-Isenburg und Mörfelden-Walldorf mit dem Fraport-Vorstandsvorsitzenden Stefan Schulte.

Bisher waren die Befürchtungen in dem direkt am Flughafen-Gelände gelegenen Neu-Isenburger Stadtteil groß, der Neubau des Terminals könne auch am Boden besonders belasten. „Im Planfeststellungsbeschluss ist festgehalten, dass ein Busshuttle über Zeppelinheim möglich wäre“, sagte Neu-Isenburgs Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) gestern. Der Zeppelinheimer Ortsvorsteher Sebastian Stern (SPD) hatte im April gegenüber der FR gesagt, diese Anbindung sei eine absurde Idee. „Der Weltflughafen möchte den ÖPNV über ein kleines Dorf abwickeln.“ Zeppelinheim hat nicht einmal 1500 Einwohner.

Die Stadt Neu-Isenburg hatte deshalb am 30. Oktober 2014 Widerspruch gegen die Baugenehmigung für das neue Terminal eingelegt, den Frankfurt allerdings vor sechs Wochen zurückgewiesen hat. „Wir werden nun nicht dagegen klagen“, sagte Bürgermeister Hunkel gestern. Der Bau des PTS sei aus Sicht des Magistrats eine „gute Lösung“, an der auch die Fraport ein Interesse habe. „Falls es doch kurzzeitig ein Bussystem geben sollte, werden wir vorab darüber informiert.“

Bessere Anbindung für Radler

Außerdem habe die Fraport zugesichert, auf der öffentlich zugänglichen „Landseite“ des neuen Terminals keine Geschäfte, sondern lediglich ein Café für die Reisenden einzurichten. Auch auf der „Flugseite“ werde es keine Ladenzeile, sondern nur einen Duty-Free-Shop geben. „Dass hier keine neue Konkurrenz für die Neu-Isenburger Einzelhändler entsteht, ist sehr in unserem Interesse“, sagte Hunkel.

Man werde sich auch noch einmal mit Vertretern des Ortsbeirats und der Fraport zusammensetzen und gemeinsam darüber nachdenken, wie die Nachbarschaft „positiv zu nutzen“ sei, sagte Hunkel. Bei der Anbindung von Terminal 3 sei das große Ziel immer noch der Direktanschluss, sagte Erster Stadtrat Schmitt. „Das hängt aber mit dem Neubau der Rhein-Neckar-Bahnstrecke zusammen.“ Es werde wohl 2030 werden, bis der Bundesverkehrswegeplan umgesetzt worden sei.

Auch über einen weiteren Wunsch des Kreises Offenbach und der Stadt Neu-Isenburg, nämlich die bessere Anbindung des Flughafens für Fahrradfahrer, habe man mit Fraport-Chef Schulte geredet, sagte Hunkel. Dieser sei darüber offenbar überrascht gewesen. „Aber das ist ja nicht für die Passagiere gedacht, sondern für die Mitarbeiter“, sagte Hunkel. Gemeinsam wolle man nun ein überregionales Radverkehrskonzept anstoßen.

Heute Abend befasst sich um 19.30 Uhr der Ortsbeirat Zeppelinheim im Bürgerhaus in der Kapitän-Lehmann-Straße mit dem Thema. Die Sitzung ist öffentlich.

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