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Mathe und Physik als Leistungsfächer: Johanna Sieber.
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Mathe und Physik als Leistungsfächer: Johanna Sieber.

Offenbach Schule

Keine Angst vor Vektorrechnung

  • VonFrank Sommer
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Die Offenbacherin Johanna Sieber gehört zu den Mathe-Talenten Deutschlands. Die Gymnasiastin erhält durch einen Mathematik-Wettbewerb ein Stipendium für eine Mathe-Exkursion.

In der Grundschule, gesteht Johanna Sieber, sei Mathematik ihr schlechtestes Fach gewesen. „Das war ja nichts Spannendes, sondern einfach nur Zahlen addieren“, meint die Schülerin des Leibniz-Gymnasiums mit einem Lächeln. Das damalige Desinteresse ist längst gewichen, heute zählt Sieber zu den Mathe-Talenten im Bundesgebiet.

Im Frühjahr nahm die 18-Jährige am „Tag der Mathematik“ teil -– und belegte den siebten Platz unter 200 Schülern aus dem Rhein-Main-Gebiet. Monika Sahm, ihre Lehrerin, riet ihr zur Teilnahme. „Neben Einzel- und Gruppenprüfungen gab es auch Schnellrechenwettbewerbe“, sagt Sieber, „natürlich ohne Taschenrechner.“ Der Gewinn bestand aus einem Teilstipendium für eine Modellierungswoche – eine sechstägige Exkursion voller mathematischer Aufgaben. „In der zweiten Herbstferienwoche ging es mit 39 anderen Schülern ins Fuldatal“, sagt Sieber. Dort wurden an konkreten Beispielen mathematische Probleme erarbeitet.

„Mit Praxisbezug macht das Lernen einfach mehr Spaß“, meint die Gymnasiastin. Das gelte auch für den normalen Unterricht. Schade sei aber, dass unter den 40 Teilnehmern nur fünf Mädchen gewesen wären, sie selbst eingerechnet. Dass die Naturwissenschaften Domäne der Jungs seien, findet Sieber nicht. Weshalb auch, schließlich sind ihre Leistungskurse Mathematik und Physik. „In Physik sind wir wirklich nur drei Mädchen im Kurs, in Mathe schaut es aber besser aus“, sagt die 18-Jährige.

Talent in die Wiege gelegt

Eine eigene Achterbahn haben die Schüler bei der Modellierungswoche entworfen: „Ich gehörte zu der Gruppe, die die G-Kräfte berechnet haben.“ Diese Kräfte, erklärt sie, bestimmen, wie stark man bei der Achterbahnfahrt in den Sitz gepresst wird. Am Ende des Workshops erstellten die Schüler eine dreidimensionale Kamerafahrt mit der Achterbahn. „Das war schon schwieriger, als ich es mir zunächst vorgestellt habe“, gibt Sieber zu, „ es müssen sehr viele Geschwindigkeitsvektoren berücksichtigt werden, damit man weiß, wo zu welchem Zeitpunkt das Gefährt gerade ist.“ Im echten Leben meide sie aber Achterbahnen lieber, gibt sie lächelnd zu.

Mit zwei Bauingenieuren als Eltern und einigen Mathematikern in der Familie sei ihr das Talent wohl in die Wiege gelegt worden, meint Sieber. Aber viel hänge auch von den Lehrern ab: „Manche schaffen es, dass man sich durch sie für ein Fach begeistert“, sagt die Schülerin. Ausgleich findet sie im Sport. Zurzeit spielt sie in zwei Vereinen Badminton, hat aber wegen des bevorstehenden Abiturs das Training reduziert. Schließlich sind sieben Wochen nach den Weihnachtsferien die ersten Prüfungen.

Sieber wird nach zwölf Jahren Schule ihr Abitur ablegen, sie ist eine G8-Schülerin. „Anfangs fand ich G8 besser, denn man ist ja schneller mit der Schule fertig“, meint Sieber. In der achten Klasse kam die Ernüchterung: „Da zeigte sich, dass der Lehrstoff nicht angepasst, sondern nur zusammengepresst wurde. Das bedeutetet viel Stress.“ Eine Rückkehr zu G9 würde viel Druck herausnehmen und die Schüler hätten mehr Zeit zur Verfügung, meint die Offenbacherin.

Was sie nach dem Abitur macht, das weiß die Zwölftklässlerin schon: Sie greift ein Physikstudium an. „Vielleicht in Darmstadt, aber ich hätte auch nichts gegen einige Auslandssemester“, sagt sie. Zunächst aber gehe es nach Thailand. Sieber hat dort einen Platz für ein Freiwilliges Soziales Jahr erhalten: „Ich wollte gern nach Asien, einfach mal richtig weit weg.“

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