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Die Stadt verzichtet auf den Rückbau des Maindamms am Isenburger Schloss.

Offenbach

Kein freier Blick aufs Schloss

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Der Magistrat akzeptiert die Einwände des Rregierungspräsidiums und verzichtet auf die von den Stadtverordneten beschlossene Absenkung des Maindeichs.

Die Idee war gut, aber leider nicht genehmigungsfähig. Offenbach hatte die dringend notwendige Sanierung des rund 125 Jahre alten Maindeichs nutzen wollen, um die Stadt wenigstens ein kleines Stück zum Main hin zu öffnen und vom Flussufer einen Blick auf das Isenburger Schloss zu ermöglichen. Doch das Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt lehnte aus Sicherheitsgründen die vom Stadtparlament beschlossene, 90 Meter lange Deichabsenkung ab.

Die Stadt wird keinen Widerspruch gegen diese Entscheidung einlegen, teilte Planungs- und Baudezernent Paul-Gerhard Weiß (FPD) auf Anfrage mit. Der Magistrat habe jüngst beschlossen, den Planungsentwurf zu überarbeiten und zu prüfen, ob neben dem bestehenden Durchgang für Fußgänger und Radfahrer in Höhe der Schloßstraße noch eine zweite Öffnung zum Main hin an der Herrnstraße machbar wäre.

Weiß zufolge soll mit dem Verzicht auf die Deichabsenkung vermieden werden, ein zweites, parallel laufendes Verfahren auszulösen. In diesem Fall müsste die Stadt getrennte Ausschreibungen machen. „Das würde für uns arbeitsaufwendiger und teurer.“ Zudem sitze die Behörde „am längeren Hebel“. Nach seinen Worten ist auch geprüft worden, ob die Stadt den Argumenten des RP „etwas Substanzielles“ entgegensetzen könne. Dies wurde verneint, weil die Stadt ihre Position bereits ausführlich dargelegt und die Behörde alle Aspekte auch bewertet habe.

Das Regierungspräsidium hatte im April dem von der Stadt eingereichten Entwurf mit Ausnahme der umstrittenen Deichabsenkung zugestimmt. Bedenken bestanden vor allem gegen die mobilen Schutzelemente. Bei einem Jahrhundert-Hochwasser seien Tausende Menschenleben gefährdet, hieß es.

Als problematisch wurde auch die Lage der mobilen Elemente angesehen, weil sie sich am topografischem Tiefpunkt der Stadt befänden. Sie müssten also schon bei einer niedrigen Hochwasser-Meldestufe und damit relativ häufig aufgebaut werden. Die Behörde wies auch auf die verstärkt auftretenden Starkregenfälle hin, die zu einem Kanalüberstau in der Mainstraße, dem Bereich der geplanten Deichabsenkung, geführt hatten. Wenn aber die Mainstraße „absäuft“, so Weiß, dann bestehe das Risiko, dass der Aufbau nicht rechtzeitig erfolgen könne.

Die Umplanung bietet nach seine Worten allerdings auch die Chance, die Idee einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Main nach Fechenheim wieder aufzugreifen. Wie realistisch die Verbindung sei, wisse er nicht, sagte der Dezernent. Denn die Stadtverordneten hätten beschlossen, dass Offenbach der Brückenschlag nichts kosten dürfe. Für den Fall, dass Frankfurt zahlt, will Offenbach aber gewappnet sein und planerisch bereits heute festlegen, wo die Brücke auf dem Damm aufsetzen könnte. Die Deichsanierung wird frühestens 2021 beginnen und zwei bis zweieinhalb Jahre dauern. Die Kosten wurden zuletzt auf 12,5 Millionen Euro geschätzt.

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