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Die Bauarbeiten am Kaiserlei-Kreisel verzögern sich weiter. 

Großprojekt

Kaiserlei-Kreisel: Die Bauarbeiten dauern sehr viel länger als geplant

Die Bauarbeiten am Kaiserlei-Kreisel werden viel länger als geplant dauern. Es ist auch mit Mehrkosten zu rechnen.

Update, 4. Juli, 12.46 Uhr: Das Ende der Bauarbeiten am Kaiserlei-Kreisel zwischen Frankfurt und Offenbach verzögert sich voraussichtlich bis Herbst 2021. Damit werden die beiden neuen Kreuzungen, die das einst größte Verkehrsrondell Europas ersetzen sollen, mehr als eineinhalb Jahre später fertig als ursprünglich geplant, wie die Stadt Offenbach am Donnerstag mitteilte. Grund seien unter anderem Altlasten, die bei den Bauarbeiten gefunden worden seien und deren Entsorgung langwierig gewesen sei. Es sei auch mit Mehrkosten in Millionenhöhe zu rechnen. 

Seriös beziffern ließen sich diese noch nicht, sagte Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Zuletzt waren die Kosten des Umbaus mit 41 Millionen Euro angegeben worden, ein Großteil kommt vom Land Hessen. Die Arbeiten begannen Anfang 2017 und sollten ursprünglich Ende 2019 fertig sein. Der viel befahrene Kreisel diente bisher auch als Ab- und Zufahrt der Autobahn 661. Er soll einer ampelgesteuerten Doppel-Kreuzung für bis zu 94.000 Autos täglich weichen. Sie soll den Verkehrsstrom von und zur Autobahn von demjenigen trennen, der zwischen den beiden Städten fließt. Offenbach gewinnt zudem Grundstücke in der früheren Mitte des Kreisels hinzu. Geplant ist der Bau neuer Bürogebäude.

Heiße Phase bei Kaiserlei-Bauarbeiten: Es kommt zu Fahrbahnsperrungen

Update, 3. Juli, 13.40 Uhr: Für den Rückbau der Gerüste für die Brückenbauwerke werden vom 8. bis 26. Juli Fahrspuren unter der A661 auf der Verbindung zwischen Kaiserleipromenade und Berliner Straße gesperrt. Daher steht von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr nur eine Fahrspur zur Verfügung. Für die letzten Arbeiten ist am 29. Juli von 20 Uhr bis 30. Juli 5 Uhr die Strecke in der Nacht gesperrt.

Von Frankfurt kommend kann Offenbach alternativ über die Amsterdamer Straße und die Kaiserleistraße erreicht werden. Die Autobahnzufahrt Richtung Darmstadt ist nicht von der Sperrung betroffen. Darüber können über die Ausfahrt Taunusring ebenfalls Ziele in Offenbach erreicht werden. Aus Richtung Darmstadt kommend, kann wieder in die Strahlenbergerstraße nach Osten Richtung Goethering/Hafen abgebogen werden. red

Erstmeldung, 3. Juli, 6 Uhr: Offenbach – Es ist kurz nach 10 Uhr am Morgen. Auf der Baustelle am Kaiserlei laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Nachdem das erste von zwei Brückenbauwerken, die künftig den Verkehr von und auf A661 über die Berliner Straße leiten, bereits im November vergangenen Jahres entstanden ist, geht es nun weiter. Östlich der Autobahn gießen die Arbeiter diesmal den Brückenüberbau der Abfahrtsrampe zur Strahlenbergerstraße. Seit gut sechs Stunden sind die Männer im Einsatz. Zwei Schichten, insgesamt 32 Leute, betonieren von früh bis spät. „Voraussichtlich werden wir gegen 1 Uhr nachts fertig sein“, sagt Enrico Zanardo, einer der verantwortlichen Ingenieure der Firma Bickardt Bau.

Kaiserlei: Bau für vergangene Woche geplant

Eigentlich waren die Arbeiten bereits für vergangene Woche geplant. Aufgrund der hohen Temperaturen wurde der Termin verschoben. Warm ist es an diesem Morgen dennoch. Obwohl es noch recht früh ist, hat die Sonne Kraft. In orangefarbenen Westen stehen die Männer auf der Konstruktion aus Holz, die die Form der künftigen Brücke vorgibt, darunter ein Metallgerüst als Stütze. Schatten gibt es keinen, nur hin und wieder weht ein angenehmer Wind, bringt wenigstens für kurze Zeit etwas Abkühlung.

„1300 Kubikmeter Beton werden hier heute verarbeitet.“ 175 Lkw-Ladungen seien das, überschlägt Enrico Zanardo. Die Lastwagen transportieren das Material von der Mischanlage an der Dieselstraße zur Baustelle am Kaiserlei. „Etwa alle fünf bis acht Minuten kommt ein Fahrzeug.“ Der Ingenieur erläutert das Prozedere: Die Fahrmischer entladen ihren Inhalt über eine schmale Rutsche in eine der beiden Betonpumpen. Die wiederum fördern das Baumaterial über einen Verteilermast nach oben, durch einen Schlauch wird der flüssige Beton dann in die formgebende Konstruktion gepumpt. Jeweils ein Arbeiter führt den Schlauch, bewegt ihn über die noch nicht betonierte Fläche. Vier Männer entfernen mit Betonrüttlern die Luft aus dem noch flüssigen Material, zwei weitere verteilen es mit Rechen. Alle tragen sie gelbe Gummistiefel, stehen knöcheltief im grauen Brei. Noch ist dort, wo sie stehen und arbeiten, das Stahlgeflecht, das der Abfahrtsrampe Stabilität verleiht, zu sehen. Nach und nach werden die Arbeiter die hölzerne Form füllen, bis am Ende des Tages nur noch die Betonschicht sichtbar ist. 1,30 Meter wird die dann dick sein, sagt Enrico Zanardo.

„Das ist kein Spaß da oben“, das weiß der für den Brückenbau verantwortliche Ingenieur. Zu Hitze und Baustellenstaub kommt der Lärm der Fahrmischer und Pumpen, und auch der der Autobahn. Die verläuft parallel zur gerade entstehenden Abfahrtsrampe, nur wenige Meter neben den Bauarbeitern brettern Autos und Lkw vorbei. Ein Ende aber ist für die Männer in Sicht, am Nachmittag rückt die zweite Schicht an, beendet vorläufig die Arbeiten am östlichen Brückenelement. „Nach zwei Tagen ist der Beton dann so weit, dass wir die Holzkonstruktion ablassen können.“ Endgültig trocken aber, ergänzt Enrico Zanardo, sei er erst nach vier Wochen.

Lena Jochum/dpa

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