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Das Capitol in Offenbachs Nordend. Bild: Oliver Weiner

Offenbach

20 Jahre Kultur im Capitol

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Die ehemalige Synagoge im Nordend hat sich zu einer angesagten Eventlocation entwickelt. Seit 2005 ist das Capitol Stammhaus der Neuen Philharmonie Frankfurt.

Im Capitol Theater werden Stars gefeiert und Strategien verkündet, Orchester bejubelt und Menschen motiviert. Die ehemalige Synagoge an der Offenbacher Goethestraße ist seit 20 Jahren Eventlocation: Am 21. Oktober 1998 öffnete das Multifunktionshaus seine Pforten. Das erste Konzert gab damals Queen-Gitarrist Brian May.

Für rund vier Millionen Deutsche Mark war der Prachtbau davor in das Multifunktionshaus Capitol umgebaut worden. Als Erkennungsmerkmal wählte der französische Architekt Jean Pierre Heim eine stilisierte Figur, die an den Oscar aus Hollywood erinnert.

Seitdem betraten unzählige Größen aus Rock, Pop, Wirtschaft und Kultur die Bühne – aber auch Autos und Artisten, Sportler und Elefanten waren schon in den Räumlichkeiten. Und auch Firmen schätzen das Capitol-Ambiente, und viele Dax-Konzerne sind hier regelmäßig zu Gast. „Das Capitol ist definitiv einer der geilsten Clubs, den ich je bespielen durfte“, schrieb Sänger Sasha ins Gästebuch.

Seit 2005 ist das Capitol Stammhaus der Neuen Philharmonie Frankfurt, das Orchester führt hier auch seine Capitol Classic Lounge auf - große Sinfonie, extravagante Filmmusik sowie Uraufführungen wie die Vertonung der Grünen Soße. Von 2019 wird an dessen Stelle das Capitol Symphonie Orchester spielen. Die meisten Musiker allerdings spielen in beiden Formationen. Nach der Ankündigung des musikalischen Leiters, Ralph Philipp Ziegler, der bislang auch die Neue Frankfurter Philharmonie leitete, soll das neue Orchester „glamouröser und schillernder sein“. Mit der Spielreihe Theateressenz holt die Stadt zudem pro Jahr sechs Aufführungen renommierter Schauspielhäuser ins Capitol.

Der 30 Meter hohe Kuppelbau entstand von 1912 bis 1916. Schon damals erfüllten viele kulturelle Aktivitäten wie Konzerte, Theater und Vorträge die Synagoge mit Leben, bis ihr Inneres durch ein Feuer in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde, 1940 zog das „National-Theater“ ein. Die Stadt wiederum sicherte sich ein Nutzungsrecht und gründete hier das „Stadttheater Offenbach“. 1954 ging das Gebäude endgültig in den Besitz der Stadt über. Mitte der 1990er Jahre war es kurzfristig Spielstätte für Musicals.

Geschäftsführerin Birgit von Hellborn kam 1998 nach Offenbach, um den Um- und Aufbau des Capitols mit zu organisieren. Seit 2001 ist sie Geschäftsführerin.

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