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Die Offenbacher Innenstadt kämpft wie viele andere mit dem Strukturwandel.
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Die Offenbacher Innenstadt kämpft wie viele andere mit dem Strukturwandel.

Offenbach

Innenstadt-Projekte ins Rollen bringen

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die Stadt Offenbach hat eine Leiterin für die „Agentur Mitte“ eingestellt. Die Wirtschaftsförderung hat durch das Konzept Auftrieb für die sonst schwierigen Gespräche mit den Eigentümern der Liegenschaften in der Innenstadt bekommen.

Station Mitte, Kaufhaus Kosmopolis, Testraum-Allee, Dachsteiger-Projekt. So heißen vier der 14 Projekte aus dem Zukunftskonzept Innenstadt, die in den kommenden Wochen und Monaten weiterentwickelt werden sollen. Koordinieren wird sie Kommunikationsdesignerin Anna-Maria Rose, die seit kurzem die sogenannte Agentur Mitte der Stadt Offenbach leitet. „Die Fachleute haben uns eigentlich empfohlen, drei Leute einzustellen“, berichtet Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt versuche man es aber vorerst mit einer Person. Auf Dauer, so vermutet der OB, werde das angesichts der Vielzahl an Projekten aber nicht reichen.

Konkreter wird es bald beim Thema Station Mitte, das den möglichen Umzug der Stadtbibliothek beinhaltet. Anfang November laufen die Vergabegespräche für eine Machbarkeitsstudie, der Vergabebeschluss soll Ende des Jahres, spätestens Anfang des Jahres 2022 erfolgen. „Wir haben sechs Orte vorgeschlagen, wo man sich die Bibliothek flächenmäßig vorstellen kann“, berichtet Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Da gehe es um Anmietungen oder auch an einer Stelle darum, ein städtisches Grundstück zu nutzen. Nötig ist eine Fläche von 6500 bis 8200 Quadratmeter. „Wir werden aber nichts Neues bauen“, stellte Weiß klar. Zur Machbarkeitsstudie gehört außerdem, dass ein Nachnutzungskonzept für den bisherigen Standort am Büsingpalais erarbeitet werden soll.

250 000 Euro sind für die Machbarkeitsstudie im Haushalt vorgesehen. Für das Projekt Station Mitte ist die Stadt Offenbach kürzlich mit dem mit einer Million Euro dotierten Kommunalpreis des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Zusätzlich gibt es weitere 250 000 aus dem Landesförderprogramm „Zukunft Innenstadt“, mit dem die anderen Projekte vorangetrieben werden. Der kommunale Eigenanteil beträgt dabei zehn Prozent.

Ein weiteres Projekt ist die mögliche Aufstockung des Rathauspavillons für gastronomische oder anderweitige öffentliche Nutzung. Ende dieses Quartals sollen die verschiedenen Varianten fertig geprüft sein. Der Umbau könnte ab dem Jahr 2023 erfolgen. „Das ist eine der wenigen Liegenschaften, die wir selbst entwickeln können“, betont Bozica Niermann, Leiterin der Wirtschaftsförderung.

Bei den meisten anderen Vorhaben ist die Stadt auf eine gute Partnerschaft mit den Eigentümern angewiesen, die nicht immer ganz einfach ist. „Es gibt aber Eigentümer, mit denen wir dank unseres Konzepts gerade neu ins Gespräch kommen“, sagt Niermann hoffnungsvoll.

Das Kaufhaus Kosmopolis wird derzeit unter dem Namen „UND“ von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Heiner Blum und Jan Lotter von der Hochschule für Gestaltung (HfG) weiterentwickelt. Hier sollen Lebensmittel, Handwerk, Textilien, Musik, Performance, Literatur, Alltagskultur und vieles mehr an einem Ort zusammenkommen. Was daraus dann wird, ist noch unklar. Eine mehrere Wochen lange Pilotphase ist im Frühjahr 2022 geplant. „Ich gehe lieber das Risiko ein, voller Euphorie zu scheitern, als tatenlos herumzusitzen“, sagt OB Schwenke.

Das Gleiche gelte für die Test-raum-Allee. Wenn die Kommune das Geld hätte, würde sie sofort eine Fläche anmieten und der Gründerszene bereitstellen. Da die Stadt das nicht kann, sollen zunächst mit lokalen, aber auch externen Akteuren Innovationsprogramme für Geschäftsmodelle in der Innenstadt entwickelt werden. Es geht darum, Ladenflächen neu zu beleben und Kreativen den Raum zu geben, neue Geschäftsideen auszuprobieren.

„Der Einzelhandel kann nur funktionieren, wenn etwas anderes dazukommt“, sagt Weiß. Das hätten mittlerweile auch einige Eigentümer für ihre Immobilien erkannt und seien dabei, es umzusetzen. „Bis wir alle Projekte umsetzen können“, weiß Schwenke, „werden wir mindestens zehn Jahre brauchen.“

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