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City Center und S-Bahnstation am Marktplatz.

Marktplatz

Offenbacher City-Center soll umgebaut und aufgestockt werden

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In Offenbach gibt es keine Einwände gegen ein höheres City-Center - dafür aber Kritik an dessen Fassade.

Das City-Center am Marktplatz befindet sich an einer exponierten Stelle in der Offenbacher Innenstadt. Das 1981 fertiggestellte Bürogebäude am Marktplatz ist aber in die Jahre gekommen und zusammen mit dem massiven Betonstummel einer alten Fußgängerüberführung kein schöner Anblick. Dabei ist es das Erste, was Besucher nach Verlassen der S-Bahn-Station „Marktplatz“ von der Stadt sehen. 

Deshalb sind die Erwartungen der Stadt an das Investorenduo Michael Dietrich und René Rudolph groß, die den Komplex zum Teil entkernen, umbauen und aufstocken wollen. Der von ihnen beauftragte Architekt Nikolaus Bader (und nicht das früher genannte Frankfurter Achitekturbüro Christoph Mäckler) stellte seinen Entwurf jüngst einem vorläufigen Gestaltungsbeirat aus überregional tätigen Architekten und Ingenieuren vor. Die waren von dem Entwurf angetan, aber es gab auch Kritik. 

Dem Gremium gehörten Thomas Bieling (Kassel), Petra Hahn (Darmstadt), Susanne Wartzeck (Dipperz) und Holger Zimmer (Wiesbaden) an. Die Einbeziehung auswärtiger Experten begründete Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) mit der markanten Lage des Centers am Eingang in die Stadt. „Schließlich ist die S-Bahn-Station ‚Marktplatz‘ für uns faktisch derzeit der Hauptbahnhof der Stadt.“ 

City-Center in Offenbach: Hotelgruppe Achat soll Interesse haben

Die Stadtverordneten hatten 2017 die Einrichtung eines Gestaltungsbeirats beschlossen. Dieser soll Bauvorhaben von zentraler stadtgestalterischer Bedeutung begleiten. Jürgen Weil, Sprecher von Stadtrat Weiß, teilte mit, das Gremium solle noch in diesem Jahr eingerichtet werden. Ihm würden drei bis fünf Personen angehören. Wer dies sein werde, ist nach seinen Angaben noch nicht entschieden.

Nach Angaben der Stadt haben die beiden Investoren mit der Hotelgruppe Achat bereits einen Interessenten für die oberen Geschosse des umzubauenden Gebäudes. 160 Zimmer sollen in dem entkernten Stahlbetonbau entstehen. Es ist geplant, dass die derzeit im Erdgeschoss und im ersten Stock ansässige Spielothek in das obere Stockwerk umzieht. Bleiben werden ein Fast-Food-Lokal und eine Bäckerei. Weitere gastronomische Angebote könnten im Erdgeschoss unter den über zwei Etagen geplanten Arkaden entstehen. 

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Susanne Wartzeck meinte, der Bau habe eine gute Substanz. Es gebe keine Einwände gegen die geplante Aufstockung mit zwei Etagen im östlichen Teil des Gebäudes. Der Beirat begrüßte die vorgesehene Dachbegrünung. Kritik gab es hingegen an der von Bader vorgesehenen dreiteiligen Fassade aus weißem und dunklem Beton sowie Naturstein. Das Gremium empfahl eine „ruhigere Formensprache und wertigere Gestaltung“, wie sie die Fassade des Sparkassengebäudes in der Nachbarschaft biete.

City Center

Das Geschäftshaus des Pleite-Investors Karl-Heinz Reese gilt mit den bereits größtenteils abgerissenen Fußgängerbrücken und dem gegenüberliegenden Toys’R’Us-Gebäude als architektonischer Sündenfall der 1970er Jahre.

Das City-Center, das Michael Dietrich und René Rudolph vom Frankfurter Immobilienkaufmann Josef Buchmann erwarben, wird kernsaniert.

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